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Klare Sache: Cluster! Schwedische Textilfabrikanten setzen auf Kooperation

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Klare Sache: Cluster! Schwedische Textilfabrikanten setzen auf Kooperation

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Seit zwei Jahrhunderten befindet sich in Borås das Zentrum der schwedischen Textilindustrie. Hier und anderswo hat zu Beginn der siebziger Jahre die Krise zugeschlagen. Aber man hat die passende Lösung gefunden: mit neuen Technologien und einem wirkungsvollen Cluster.

Ein kleines schwedisches Unternehmen aus Borås stellt einen Schutzanzug her, der einem 3000 Bar starken Wasserstrahl standhält. Dass dieser in Schweden gefertigt wird, hat Methode: “Wir arbeiten mit Nischenprodukten”, erklärt Jörgen Lillieroth von TST. “Wir müssen ganz nah am Herstellungsort sein, um uns ständig zu verbessern, um die Lieferzeiten gering zu halten und um die Änderungen vorzunehmen, die unsere Kunden wünschen.”

Der Schutzanzug ist mittlerweile für 60 Prozent des Umsatzes in Höhe von fünf Millionen Euro verantwortlich. Das Unternehmen hat insgesamt zwölf Mitarbeiter und in den vergangenen zwei Jahren drei Arbeitsplätze geschaffen. “Eine Arbeitsgruppe hat sich mit der Weiterentwicklung des Produkts beschäftigt. Und die Studenten der Textilfachschule haben Probeexemplare gefertigt. Die Kosten wären viel höher gewesen, wenn wir das selbst gemacht hätten”, sagt Lillieroth.

Business Planet wollte wissen, was den Cluster auszeichnet und was sein Erfolgsrezept ist. 180 Firmen, 1000 Studenten, 60 Forscher, fünf Labore: Und alles läuft in Borås zusammen. Die Arbeitsweise wurde komplett geändert, viele Meinungen werden gehört und vor allem wurden mittelständische Technologieunternehmen mit der Welt der Textilien in Kontakt gebracht.

Susanne Nejeras ist Managerin bei Smart Textiles. “Wenn ein Projekt zu uns kommt, bringen Forscher, Techniker und Studenten ihre Kompetenzen ein”, erläutert sie. “Und wenn das Produkt reif für den Markt ist, haben wir hier Berater und andere Marketing-Spezialisten.”

Seitdem der Cluster 2006 gegründet wurde, hat er rund 50 neue Produkte und 130 Prototypen herausgebracht. Und um sich weiterzuentwickeln, wird mit anderen Branchen kooperiert. Zum Beispiel mit der Holzindustrie.

“Wir können voneinander profitieren. Die Holzindustrie braucht neue Märkte, weil der Absatz von Zeitungen fällt. Und wir brauchen stabilere Fasern, weil der Baumwollpreis steigt”, sagt Nils-Krister Persson von Smart Textiles.

Was ist für Jörgen Lillieroth der Schlüssel zum Erfolg? “Für mich liegt der Schlüssel zum Erfolg im Aufeinandertreffen von Unternehmen, Universitäten sowie Test- und Forschungsinstituten. Auf diese Weise erreicht man immer die nächste Stufe.”