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Trauriger Höhepunkt: Gewaltexzess in Kiew

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Trauriger Höhepunkt: Gewaltexzess in Kiew

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Es war der blutigste Tag für die Ukraine seit dem Ende der Sowjetzeiten vor 22 Jahren. Die Straßenschlachten in Kiew forderten Dutzende Tote.

Drei Stunden lang tobten die Kämpfe um den Unabhängigkeitsplatz.
Scharfschützen schossen auf Polizisten und auf Oppositionelle, als diese versuchten, Verletzte aus den Trümmern zu ziehen.

Woher die Schützen auf dem Dach des “Hotel Ukraine” stammen, blieb zunächst unklar. Beide Lager beschuldigten sich gegenseitig. Oppositionelle vermuten Mitglieder des Geheimdienstes oder russische Spezialeinheiten hinter den gezielten Angriffen.

Ärzte und Helfer in den provisorisch errichteten Erste Hilfe Lagern in Restaurants, Hotels oder Kirchen sind überfordert angesichts fehlender Medikamente und Hunderter Verletzte.

Regierungsgegner nahmen 67 Polizisten gefangen. Diese werden nach Angaben eines oppositionellen Abgeordneten im besetzten Rathaus gefangen gehalten. Das Innenministerium drohte, notfalls Gewalt anzuwenden, sollten die Sicherheitskräfte nicht umgehend freikommen.

Drohungen, die die Oppositionellen unbeeindruckt lassen. Nach den friedlichen Protesten vom Dezember haben die radikalen Kräfte aus Wut über den polititschen Stillstand mehr und mehr Einfluss erlangt.

Bei den Straßenkämpfen erlitt eine freiwillige Krankenschwester einen Schuss in den Hals. Letztes Zeichen von Olesya Zhukovskaya war der Tweet “ich sterbe”. Bisher scheint die junge Frau noch am Leben zu sein, sie wurde notoperiert.

Die anhaltende Gewalt mehrt Ängste, dass selbst ein Lösung von oben den Zorn der Straße nur schwer bremsen kann.