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Der lange Kampf der Julia Timoschenko


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Der lange Kampf der Julia Timoschenko

Am 11. Oktober 2011 erging das Urteil des Stadtgerichtes Kiew gegen Julia Timoschenko: sieben Jahre Gefängnis wegen Untreue. 2009 soll sie in Moskau Verträge über Gaslieferungen zum Nachteil der Ukraine unterschrieben haben. Schaden: Rund 137 Millionen Euro.

Die ehemalige Revolutionsikone reagierte mit einem heftigen Angriff auf ihren politischen Gegner, Präsident Janukowitsch. Die durch sein Betreiben erfolgte Verurteilung zeige den Ukrainern, dass seine Diktatur etwas Fremdes sei, das es zu beseitigen gelte.

Zu jenem Zeitpunkt galt die Frau mit der populistischen Frisur als umjubelte Oppositionsführerin. Obwohl diverse Untersuchungsverfahren gegen sie bei Gericht anhängig waren, kandidierte sie zur Präsidentenwahl 2010 gegen Janukowitsch – und verlor. Woraufhin sie und ihre Anhänger dem Wahlsieger Janukowitsch Fälschung vorwarfen.

Ihr Weg zu dem Urteil, das die Welt erregte, begann in den frühen 1990er Jahren. Julia Timoscheko ist das, was man in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion “Oligarch” nennt. Eine Person, die reich wurde, als aus Volkseigentum Privateigentum wurde. Ihr Geschäft war der Erdgashandel mit Russland. Ihr Vermögen daraus wird auf rund hundert Millionen Euro geschätzt.

Diese engen Bindungen an Russland wurden ihr möglicherweise 2009 zum Verhängnis. Präsident Juschtschenko, dem sie sich im Winter der “Orangenen Revolution” angeschlossen hatte und der sie später zu seiner Regierungschefin machte, hatte sie nach Moskau geschickt, um bessere Lieferbedingungen für Erdöl und Gas auszuhandeln.

Hatten die Russen aus alten Zeiten etwas gegen sie in der Hand? Der Verdacht liegt nahe, denn das Ergebnis war so nachteilig für die Ukraine, dass Präsident Juschtschenko eine Untersuchung anordnete – die dann in jenes Gerichtsverfahren mündete, das Timoschenko hinter Gitter brachte.

Im Gefängnis meldete sie sich alsbald krank und beklagte die Verletzung ihrer Menschenrechte. Die entscheidende Hilfe kam dann aus dem Westen. Ärzte aus Kanada und Deutschland reisten an, weil die prominenteste Gefangene Europas befürchtete, dass ihr von ukrainischen Ärzten gezielt Schaden zugefügt werden solle.

Sie zeigte blaue Flecke in die Kamera, die von Misshandlungen herrühren sollten.

Im Mai 2012 wurde sie ins Eisenbahnerkrankenhaus von Charkiw verlegt, wo sie regelmäßig von Ärzten und Physiotherapeuten der Berliner Charité behandelt wurde.

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