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Julia Timoschenko will wieder an die Macht

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Julia Timoschenko will wieder an die Macht

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Ein Tag, der in die ukrainischen Geschichtsbücher eingehen wird: Präsident Viktor Janukowitsch wird vom Parlament abgesetzt. Plötzlich taucht die Oppositionsführerin Julia Timoschenko wieder auf. Das Parlament hatte ihre Freilassung beschlossen.

Mit viel Pathos tritt die frühere Ministerpräsidentin vor die Menge auf dem Maidan: Die Ukraine habe sich verändert, so Timoschenko. Nun sei es ein Land mit freien Menschen. Diese hätten es von den Demonstranten übergeben bekommen. Deswegen seien die Menschen, die auf dem Maidan waren, die auf dem Maidan starben, für immer Helden.

Große Gesten einer umstrittenen Politikerin, die nicht überall wohlwollend aufgenommen wurden. Julia Timoschenko ist auch eine Oligarchin, sie steht für Korruption. Einst eine zentrale Figur der Orangenen Revolution zeigt sie erneut offen ihren Führungsanspruch:

Ein älterer Mann auf dem Maidan meint, “uns macht eine Wiederholung von Julia Timoschenkos erster Regierung vor zehn Jahren Angst. Sie sagt tolle Worte, aber am Ende zählen Taten. Die an der Spitze haben sich zu 200 Prozent bereichert, und für uns ist nichts dabei herausgekommen.”

Das sieht eine andere Demonstrantin ganz anders. “Veilleicht verstehen die zukünftigen Mächte, wenn die Menschen diesmal so viel Blut vergossen haben, dass sie es immer wieder tun. Wir werden darüber wachen, dass die Ukraine ein normales europäisches Land wird. Ich habe große Erwartungen in Julia Timoschenko,” hofft sie.

Zwei Gesichter einer Menge, die gespalten ist angesichts der Zukunft ihres Landes.

Die Einschätzung von euronews-Korrespondent Sergio Cantone: “Mit Julia Timoschenkos letztem theaterreifen Auftritt tritt die ukrainische Revolution in eine Phase des politischen Aufbaus. Jetzt muss man sehen, wer die Führung übernimmt.”