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Ukraine: "Wir brauchen nicht noch mehr Tote"

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Ukraine: "Wir brauchen nicht noch mehr Tote"

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Im ukrainischen Parlament wird fieberhaft debattiert. Die Opposition will endlich wieder ernst genommen werden, die Machtbasis von Janukowitschs “Partei der Regionen” bröckelt. Politiker aus den eigenen Reihen stimmten für Janukowitschs Absetzung, viele Abgeordnete verließen die Fraktion.

Es ist ein politischer Knock-out, so Oppositionspolitiker Vitali Klitschko: “Die Mehrheit der Abgeordneten der Obersten Rada hat abgestimmt. Wir haben 300 Stimmen gezählt – das reicht, um die Verfassung zu ändern. Unsere Juristen sagen, dass alle Entscheidungen, die heute getroffen wurden, legal sind. Ich engagiere mich in der Politik, weil ich aus der Ukraine einen modernen, europäischen Staat machen will.”

“Wir brauchen nicht noch mehr Tote”, sagte Serhij Tihipko, ein Abgeordneter von Janukowitschs Partei. “Ich bin mir sicher, dass auch die Menschen in der Südostukraine unsere Entscheidung nachvollziehen können. Auch wenn sie nicht unter demselben Druck stehen wie wir hier in Kiew – sie werden verstehen, warum wir heute so abgestimmt haben.”

Politiker in Europa meinen: Jetzt fangen die Schwierigkeiten erst an. Maria Korenjuk berichtete aus Kiew:

“Am 25. Mai werden die Ukrainer einen neuen Präsidenten wählen. Wer bis dahin dessen Pflichten nachkommen wird, ist unklar. Einige Abgeordnete sagen, dass Janukowitsch amtierender Präsident bleibt, andere sagen, dass der neu gewählte Parlamentssprecher Olexander Turtschinow die Amtsgeschäfte führen wird.”