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Aufstieg und Fall des Wiktor Janukowitsch

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Aufstieg und Fall des Wiktor Janukowitsch

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War dies der Anfang vom Ende des Wiktor Fedorowitsch Janukowitsch? Ende November 2013 fuhr er zum EU-Gipfel nach Vilnius – um zu verkünden, dass er das Assoziierungsabkommen mit der EU, nun doch nicht unterzeichnen werde.
Er wolle die Tür nach Europa nicht gänzlich zuschlagen, ließ der ukrainische Präsident wissen, er müsse aber die strategischen Ziele seines Landes berücksichtigen. Diesen Sinneswandel hatte offensichtlich kurz zuvor in Moskau der soviel mächtigere Amtskollege Putin bewirkt. Der russische Präsident senkte den für die Ukraine überlebenswichtigen Gaspreis und bot finanzielle Hilfe.
Aufgewachsen ist der 1950 geborene Janukowitsch im Industriegebiet Donezk. Nach einer konfliktreichen Jugend mit einigen Verurteilungen war mit 30 Ingenieur für Machinenbau. Noch in der Sowjetunion wurde er ins Regionalparlament von Donezk gewählt. In der unabhängigigen Ukraine stieg er zum Gouverneur des Gebietes auf. 2002 holte ihn der damalige Präsident Leonid Kutschma als Regierungschef nach Kiew. In diese Zeit fällt auch der Aufbau seiner “Partei der Regionen”, mit der er gut zwei Jahre später den politischen Gegner in Orange Paroli zu bieten versuchte. Sein erster Anlauf, sich zum Staatspräsidenten wählen zu lassen, löste 2004 die “Orangene Revolution” aus.
Bei der Präsidentschaftwahl 2010 gewann er die Stichwahl gegen Julja Timoschenko. Der Held der “Orangenen Revolution”, Wiktor Juschtschenko, hatte nach 5 Jahren Präsidentschaft nicht einmal mehr die Stichwahl erreicht. Am 2. Februar 2010 wurde Wiktor Janukowitsch als Staatspräsident vereidigt. Als solcher versuchte er es mit einem außenpolitischen Balanceakt zwischen der EU und Russland, was zu neuerlichen Protesten auf dem Maidan führte. Am Ende ging alles ganz schnell.
Es blieben nur die Bilder einer Überwachungskamera von der überstürzten Flucht des eben noch mächtigen Mannes.