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Die Talentschmiede: "Berlinale Talents"

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Die Talentschmiede: "Berlinale Talents"

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Berlin ist nicht nur Gastgeber eines der wichtigsten Film-Festivals der Welt. Unter dem roten Teppich findet sich auch ein ganzes Universum von neuen Stars bei den “Berlinale Talents”. 300 jungen Professionelle nehmen jedes Jahr an den “Berlinale Talents” teil, die 2014 aus rund 4000 Bewerbern ausgewählt worden sind. Sie waren eingeladen, an Workshops, Debatten und Labor-Projekten teilzunehmen und so ihr Netzwerk auszubauen. Anfangen wollen wir mit Ewa Wildner. Sie ist eigentlich Filmkritikerin: “Wir müssen uns Filme ansehen und sie besprechen. Es gibt Veranstaltungen, wie die ‘Berlinale Talents’. Diskussionen, bei denen wir Regisseure befragen. Im Grunde ist es eine Menge Arbeit, Filme ansehen und schreiben.”

DIe Teilnehmer an “Talent Press” werden von Mentoren beraten. Doch wie wird man überhaupt Filmkritiker? Wildner: “Bei dieser Art von Job macht man sich nicht viele Freunde. Ich habe nichts studiert, das mit Film zu tun hat. Ich habe mir das eher selbst beigebracht. Ich bin zu Presse-Vorführungen gegangen, habe Fime vor allen anderen gesehen und Texte darüber geschrieben, die ich mit meinem Lebenslauf verschickt habe.”

Im Jahr 2010 brachte der Wettbewerbs-Film “Shahada” die Schauspielerin Maryam Zaree nach Berlin. In diesem Jahr war sie wieder da, um an einem Schauspiel-Workshop teilzunehmen. “Das Tolle an den ‘Berlinale Talents’ ist, dass es wie Schule ist”, sagt sie. “Man wacht auf und hat das Gefühl, als nehme man seine Schultasche und gehe Lernen. Wir haben mit Jean-Louis Rodrigue und Kristof Konrad gearbeitet. Das sind zwei sehr renommierte Coaches. Man lernt, wie man seinen Charakteren Vielfalt gibt, um nicht in dieselben Angewohnheiten zu verfallen, wie man es vielleicht vorher getan hat.”

Sergi Portabella hat schon mehrere preisgekrönte Kurzfilme in seinem Portfolio. Er war Teil der “Script Station”, wo Spielfilm-Manuskripte mit Hilfe von Experten verfeinert und anschließend Produzenten präsentiert werden. “Mein Film heisst ‘Jean-Francois und die Bedeutung des Lebens’. Es geht um einen zwölfjährigen Jungen aus Barcelona, der ein Buch von Albert Camus findet und zum Existenzialismus konvertiert”, beschreibt er sein Projekt. “Er läuft von zu Hause weg, um Camus in Paris zu treffen – ohne zu wissen, dass dieser bereits vor 50 Jahren gestorben ist.”

Das Motto dieser Ausgabe von “Berlinale Talents” lautete “Regeln brechen”. Die Veranstaltung wurde vom Media-Programm der EU unterstützt.
Matthijs Wouter Knol ist für das Programm der “Berlinale Talents” zuständig. “Hier ist die neue Generation der Filmindustrie jedes Jahr, und wir suchen uns ja die 300 besten und aufstrebendsten Leute aus”, sagt er, “wir sind, sage ich mal, auch das Experiment-Labor der Berlinale. Das heisst, es kann hier auch ausprobiert, es kann hier auch getestet werden. Und vieles kann hier auch einfach mal schief laufen, weil es hier auch eine Plattform gibt, wo man Sachen ausprobieren kann.”

Sergi Protabella: “Man lernt Leute aus der ganzen Welt kennen, die das Gleiche, was man selbst macht, auch machen. Entweder man schafft es, mit ihnen zu arbeiten oder nicht. Das ist immer eine sehr bereichernde, persönliche Erfahrung.” Und Knol ergänzt: “Wenn man im Hinterkopf hat, ich arbeite an einem Projekt und suche einen Produzenten, oder ich suche vielleicht einen Sounddesigner oder eine Schauspielerin, die eine Rolle in meinem Film spielen kann, die Leute trifft man natürlich.”

Mehr Informationen gibt es unter:
Berlinale Talents
Script Station
Talent Press

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