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Griechenland und die Troika - Szenen einer Beziehung

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Griechenland und die Troika - Szenen einer Beziehung

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Nach mehr als zwei Monaten Sendepause hat die Troika aus Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) mit neuen Kontrollen der Reform- und Sparbemühungen Athens begonnen.

Die ins Stocken geratene Troika-Prüfung läuft bereits seit September – umstritten waren damals unter anderem Privatisierungen und die Reform der öffentlichen Verwaltung. Nun soll sie endlich abgeschlossen werden. Bei den Gesprächen mit der Troika geht es auch um die benötigten
Gelder für die Rekapitalisierung der griechischen Banken. Das könnten laut Experten fünf Milliarden Euro sein, aber auch das Doppelte. Dann hofft Griechenland auf weitere Milliardenhilfen.

Bisher hat Griechenland die geforderten Reformpläne laut Insidern nur etwa zur Hälfte umgesetzt – Finanzminister
Ioannis Stournaras meint:78 Prozent. Griechen kritisieren andererseits, dass ihnen die einzelnen Reformschritte bis ins Kleinste diktiert werden.

Bisher bekam das Land rund 240 Milliarden Euro an internationalen Hilfen.

Symela Touchtidou – euronews:

“Die griechische Regierung will die Verhandlungen vor dem März-Treffen der Eurogruppe abschließen, um die Zahlung der nächsten Tranche zu sichern und den Weg für eine Rückkehr an die Finanzmärkte zu eröffnen. Was sie nicht will: Neue Maßnahmen oder die Zusagen für die Verteilung des Primärüberschusses (Staatshaushalt ohne Schuldendienst) einkassieren. Das Land hat im Mai zwei Wahlen vor sich.”

Mit möglichen Zusatzhilfen für Athen haben die Eurostaaten offenbar keine Eile. „Es gibt keinen dringenden Grund, über eine Nachfolge des Programms vor der zweiten Jahreshälfte zu debattieren“, so Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. Ende Mai sind Europawahlen.

Nach Jahren der Rezession rechnet Athen 2014 zum ersten Mal wieder mit einem geringen Wachstum. Danach soll es bergauf gehen, mit plus zwei Prozent 2015 und plus drei Prozent 2016.

su mit dpa