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Airbus Group steigert Gewinn

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Airbus Group steigert Gewinn

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Die Geschäfte des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus laufen trotz einiger Risikofaktoren grundsätzlich gut. Hohe Kosten für den neuen Langstreckenjet A350 und der teure Umbau des Rüstungsgeschäfts bremsten zwar die positive Entwicklung. Für 2014 stellte der Vorstand in Toulouse jedoch weiter steigende Gewinne in Aussicht.

Im abgelaufenen Jahr sprang der Gewinn des größten europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns um 22 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz
legte lediglich um 5 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro zu.Trotz der Steigerungen hat der Konzern die Gewinnschätzungen der
Analysten allerdings verfehlt.

Bei den Flugzeugauslieferungen rechnet die Airbus Group in diesem Jahr mit ähnlichen Zahlen wie 2013, als man mit 626 Jets so viele Jets fertigstellte wie nie zuvor.

Um das schwächelnde Rüstungsgeschäft
wettbewerbsfähiger zu machen, streicht das Unternehmen rund 5800 Arbeitsplätze, etwa 2600 davon in Deutschland. Überwiegend sollen die Stellen in der neuen Rüstungs- und Raumfahrtsparte Airbus Defence & Space wegfallen.

Für euronews sprach Giacomo Sagantini mit Airbus-Chef Tom Enders:

euronews: “Uns zugeschaltet aus Toulouse ist der Chef der Airbus Group, Tom Enders. Es gibt einen starken Kontrast zwischen der Nachfrage in Europa und anderen Märkten. Das Wachstum in Regionen wie dem Nahen Osten steigt. Glauben Sie, dass die Airbus Group auch im Hinblick auf die Produktion globaler werden wird?”

Tom Enders: “Absolut. Die Airbus Group ist bereits sehr international, wenn Sie uns mit vor fünf oder zehn Jahren vergleichen. Es gibt da einen großen Unterschied, wir haben sehr viel getan, um internationaler zu werden. Wir haben etwa eine Endmontagelinie in China, die heute sehr effizient ist. Wir haben auch eine in den USA, in Mobile, Alabama. Dazu kommen Entwicklungszentren überall auf der Welt.”

euronews: “Brillante Ergebnisse bei kommerziellen Flugzeugen einerseits, Restrukturierung in den Bereichen Rüstung und Raumfahrt andererseits. Steht der Kurs für die kommenden Jahre fest? Sind Sie auf dem Weg, die Gewinnmarge bis 2015 noch einmal auf 10 Prozent zu erhöhen?”

Tom Enders: “Ich kann bestätigen, dass wir auf dem Weg sind. Wir machen jedes Jahr Fortschritte. Wenn wir uns die Ziele für 2013 ansehen, das A350 Programm eingeschlossen, dann wird aus dem 10-Prozent-Ziel ein 7- bis 8-Prozent-Ziel. Das haben wir unseren Investoren aber schon im vergangenen Jahr erklärt. Wir machen gute Fortschritte auf dem Weg zu diesem Ziel. Um über Restrukturierungen in den Bereichen Rüstung und Raumfahrt zu sprechen – genau deshalb wollen wir auf mehr Proftabilität und Wettbewerb setzen. Wenn ich mir die Fortschritte ansehe, die das Geschäft in den vergangenen zwölf Monaten gemacht hat, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen.”

euronews: “Für manche ist es Ihre echte Herausforderung, die Produktion und Auslieferungen in den kommenden Jahren einhalten zu können. Oder machen Sie sich Sorgen über Kunden, die plötzlich ihre Bestellungen stornieren könnten?”

Tom Enders: “In dieser Hinsicht sind wir sehr entspannt. Wir haben einen Auftragsüberhang von 500 großen Flugzeugen. Und wie Sie erwähnten, hatten wir im vergangenen Jahr noch einmal 1500 mehr, wir produzieren um die 600. Wir versuchen allerdings, unsere Kunden so schnell wie möglich zu beliefern. Deshalb werden wir unsere Produktion in unserem ‘Brot-und-Butter-Geschäft’, der A320-Familie, von derzeit 42 auf 46 Flugzeuge 2016 erhöhen. Wir denken über weitere Steigerungen im Folgejahr nach.”

euronews: “Eine letzte Frage: Nach den durch Ihre letzte Revision verursachten Verlusten befürchten manche Leute, dass der Mangel an neuen Flugzeugentwicklungsprogrammen sich auf die Zahl der Arbeitsplätze auswirken könnte, vor allem Subunternehmen. Stimmt das? Zögern Sie Umstrukturierungen heraus, um dem Unternehmen mehr Zeit zur Kostensenkung zu geben?”

Tom Enders: “Klar ist, dass es 10, 12 oder 15 Milliarden Euro oder mehr kostet, wenn man ein neues Flugzeug konstruiert und es nicht klappt. Wenn man hingegen ein Flugzeug generalüberholt, wie wir es mit dem A320 getan haben, dann kostet das nur einen Bruchteil. Noch wichtiger ist die schrittweise Entwicklung. Das heisst allerdings nicht, dass wir ganze Entwicklungsprogramme stoppen werden. Wir werden uns mit unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf die Zukunft vorbereiten. Wir haben aber weder unseren Ingenieuren noch unseren Zulieferern Garantien gegeben, dass wir unsere Entwicklungsabteilung ausbauen werden. Es kann Höhen und Tiefen geben, aber generell können Sie von uns erwarten, dass wir so kreativ und innovativ bleiben werden, wie in der Vergangenheit, vielleicht ein wenig anders, als in den vergangenen Jahrzehnten.”