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Erdogan erzürnt: "Heimtückischer Angriff"

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Erdogan erzürnt: "Heimtückischer Angriff"

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Nach dem Auftauchen eines Telefonmitschnitts, der den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit schmutzigen Geldgeschäften in Verbindung bringen soll, ist es in Istanbul und anderen Städten zu Straßenschlachten gekommen. Die Protestierer forderten Erdogans Rücktritt, die Polizei setzte Tränengas ein.

In dem Mitschnitt soll der Ministerpräsident seinen Sohn unter anderem dazu aufgefordert haben, Millionensummen beiseite zu schaffen, Erdogan bezeichnet die Aufnahmen als Fälschungen.

“Das ist ein heimtückischer Angriff auf den Ministerpräsidenten der Türkei”, sagte Erdogan und fuhr fort: “Ich will unterstreichen, dass es sich nicht um einen Angriff auf Recep Tayyip Erdogan oder den Vorsitzenden der AKP handelt, sondern um einen kaltblütigen Angriff auf den türkischen Ministerpräsidenten.”

Nach Ansicht der Journalistin Asli Aydintabas von der konservativen Zeitung Milliyet würden die Vorwürfe eine bisher ungeahnte Qualität annehmen, wenn sie sich bewahrheiten sollten. “Denn es würde sich dann um das Horten von Geld handeln”, sagt sie. “Bei den Dingen, die den Ministerpräsidenten betrafen, ging es bislang nicht um Geld, sondern um Vorteilsnahme und darum, dass der Ministerpräsident vielleicht seinen Einfluss in den Medien ausgespielt hat oder darum, dass ein Freund ihm eine Villa gebaut hat. Aber hier geht es um Geld, das den Besitzer wechselt”, so Aydintabas.

Die Telefongespräche sollen unter anderem am 17. Dezember aufgezeichnet worden sein, jenem Tag, an dem auch Personen aus dem Umfeld von Erdogans Partei AKP wegen Korruptionsverdacht festgenommen wurden.