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Halbinsel Krim - Zankapfel zwischen Russland und Ukraine

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Halbinsel Krim - Zankapfel zwischen Russland und Ukraine

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Die Halbinsel Krim hat innerhalb des Staates Ukraine den Status einer autonomen Region mit eigenem Parlament. Die Bevölkerung ist hier ethnisch weit mehr gemischt als in anderen Gebieten der Ukraine. Weniger als ein Viertel der Bewohner bezeichnen sich als Ukrainer. Bei der letzten Umfrage gaben 1997 mehr als 90 Prozent der Krimbewohner an, im täglichen Leben die russische Sprache zu bevorzugen. So ist auch der Ruf eines Demonstranten in der Stadt Kertsch zu verstehen: “Wir sollten die Loslösung der Krim von der Ukraine verlangen.” Die Menge vor ihm skandierte als Antwort: “Russland, Russland…”
Im Parlament in Kiew wird das natürlich anders gesehen. Der Abgeordnete der rechts-radikalen Partei mit Namen “Swoboda” – Freiheit – Ruslan Koschulinski, sprach von “ausländischen Truppen”, die von Russland aus auf die Krim vordringen würden. Und er prangerte die russische Kampagne an, russisch-stämmigen Krimbewohnern einen russischen Pass anzubieten. Das ukrainische Gesetz verbiete das.
Die Halbinsel im Schwarzen Meer ist seit dem Altertum von wechselnden Völkern besiedelt worden. Ende des 18. Jahrhunderts wechselte die Herrschaft von Osmanischen Reich zu Russland.
Als 1954 der Ukrainer Nikita Chruschtschow Stalin ablöste, machte der die bis dahin zur Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik gehörende Krim seiner Heimatrepublik Ukraine zum Geschenk.
Sewastopol, der Militärhafen auf der Krim.
Eines der wichtigsten Streitobjekte zwischen Russland und der Ukraine. Russland hat keinen eigenen Hafen für seine Schwarzmeerflotte und daher Sewastopol von der Ukraine gemietet, zunächst bis 2017. Schon um die Aufteilung der ehemals sowjetischen Schwarzmeerflotte hatte es heftigen Streit gegeben. Erst 2012 hatten sich die Präsidenten Putin und Janukowitsch darauf verständigt, den Pachtvertrag um 25 Jahre zu verlängern. Im Gegenzug senkte Putin für die Ukraine den Gaspreis. Dass in der Obersten Rada in Kiew das Gesetz über die Nutzung des Russischen als offizielle Zweitsprache gekippt wurde, beunruhigt viele Krimbewohner.
Daraufhin machte sich eine Gruppe von Abgeordneten der Duma, des russischen Parlaments, auf den Weg nach Sewastopol, um den Menschen dort die Unterstützung Russland zuzusichern. Gleichzeitig begonnen dort Bürger Anträge auf russische Pässe auszufüllen. Ob es sich um eine private Initiative oder eine staatlich gelenkte russische Aktion handelt, ist umstritten.