Eilmeldung

Eilmeldung

Schwejkiade in der Ukraine: Lemberg spricht Russisch

Sie lesen gerade:

Schwejkiade in der Ukraine: Lemberg spricht Russisch

Schriftgrösse Aa Aa

Tote Aktivisten, keine Regierung, eine taumelnde Währung, Spaltungstendenzen – die Ukraine hat im Moment andere Sorgen als die Zahl der offiziellen Landessprachen – meinen Aktivisten in Lemberg (Lwiw) in der Westukraine. Sie haben Einwohner und Besucher aufgerufen, an diesem Mittwoch den ganzen Tag Russisch zu sprechen.

Auch der Bürgermeister hat mitgemacht.

Bürgermeister Andriy Sadovyi:

“Ich spreche Russisch ohne Probleme, aber mit einem kleinen Akzent” – sagt er auf Russisch. Und dann auf Ukrainisch, Englisch, Polnisch und Russisch: “Lwiw ist offen für die Welt.

Im Ernst: alles zu seiner Zeit. Saatkörner streut man in die angewärmte Erde, und nicht auf blutbespritzten Asphalt.”

Der Hintergrund: Seit 2012 gab es ein Gesetz: Wenn in einer Region mindestens 10 Prozent der Einwohner eine bestimmte nicht-ukrainische Sprache sprechen, gilt die als offizielle Sprache. Das Gesetz wurde jetzt gekippt – eine der ersten Amtshandlungen des Parlaments in der Ära nach Viktor Janukowitsch.

Lwiw-Einwohner bezweifeln übrigens, dass russische Muttersprachler in der Stadt auf 10 Prozent kommen.

Die Veranstalter wollen durch Aktion die Einheit der Westukraine mit dem eher Russisch sprechenden Osten und Süden der Ukraine demonstrieren.

su