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Ukraine: Bewaffnete Männer besetzen Parlament und Regierungsgebäude der Krim

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Ukraine: Bewaffnete Männer besetzen Parlament und Regierungsgebäude der Krim

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Die russische Fahne über dem Gebäude, die Eingänge mit Holzpaletten versperrt, Polizisten davor: So sieht es in Simferopol aus, seit heute früh bewaffnete Männer in das Parlament der Krim und in das Regierungsgebäude eingedrungen sind. Wer sie sind und was sie wollen, ist unbekannt.

Gestern war es vor dem Parlament zu Zusammenstößen gekommen. Dort demonstrierten Vertreter beider Seiten, für eine
engere Anbindung an Russland ebenso wie dagegen.

Die Halbinsel Krim ist als autonomes Gebiet innerhalb der Ukraine stark russisch geprägt. Vor sechzig Jahren, unter sowjetischer Herrschaft, wurde sie überhaupt erst von Russland an die Ukraine übertragen.

Gegenüber dem Umsturz in der Hauptstadt Kiew sind viele hier misstrauisch. So werden Bürgerwehren gebildet, die gegenhalten sollen, falls ukrainische Nationalisten anrücken – so jedenfalls die Befürchtung.

Andererseits gibt es die starke Gruppe der Krimtataren, die eine ukrainische Krim behalten wollen. Sie haben schlechte Erfahrungen mit der Sowjetunion gemacht und legen auf engere Beziehungen zu Russland keinen Wert. Sie waren es, die gestern zu Tausenden gegen eine mögliche Abspaltung der Krim demonstrierten.