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Ukraine: Pfiffe für die "Kamikaze-Politiker"

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Ukraine: Pfiffe für die "Kamikaze-Politiker"

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Die neue Regierung der Ukraine steht. Das Kabinett präsentierte sich am Abend auf der Bühne des Unabhängigkeitsplatzes: Mit Arseni Jazenjuk an der Spitze. Der 39-Jährige von der Timoschenko-Partei soll das Amt des Ministerpräsidenten bekleiden.

“In der neuen Regierung gibt es keine Oligarchen, keine Leute, die im Kabinett Janukowitsch gearbeitet haben und niemanden, der der politischen Titel wegen in der Regierung ist. Solch eine Regierung gab es in unserer Geschichte bisher nicht. Das Schicksal dieser Minister ist folgendes: Sie sind Kamikaze-Politiker”; sagt Jazenjuk.

Die Reaktionen auf das neue Kabinett fielen auf dem Maidan verhalten bis ablehnend aus. Viele der künftig führenden Köpfe wurden ausgepfiffen.

Ein Mann sagt: “Wir werden sie kontrollieren. Wenn sie ihre Arbeit nicht gut machen, werden sie wie die alte Regierung aus dem Amt gejagt.”

“Ich habe eine Frage an diejenigen, die auf der Bühne stehen”, so eine Frau. “Wo waren sie, als es krachte, als welche von uns auf offener Straße erschossen wurden? Sie haben kein moralisches Recht, sich Helden zu nennen und sich selbst zu loben. Sie haben kein Recht, die Lorbeeren einzuheimsen, die die Toten verdient haben.”

Ein Mitglied der Partei von Vitali Klitschko ist in der neuen Regierung, die sich bereits heute der Vertrauensabstimmung des Parlaments stellt, übrigens nicht vertreten.

euronews-Reporterin Angelina Kariakina berichtet aus Kiew:
“Die Menschen auf dem Maidan haben auf das neue Kabinett mit Skepsis reagiert. Sie sehen es eher als eine Übergangsregierung an. Nach Hause zu gehen, kommt für sie so lange nicht in Frage, ehe das politische System runderneuert ist, und zwar nicht nur durch Präsidenten- sondern auch Parlamentswahlen.”