Eilmeldung

Eilmeldung

Flüchtlingsansturm auf spanische Exklave Melilla

Sie lesen gerade:

Flüchtlingsansturm auf spanische Exklave Melilla

Schriftgrösse Aa Aa

Bei einem neuen Ansturm auf die spanische Exklave Melilla sind rund 200 afrikanische Flüchtlinge von Marokko aus auf EU-Gebiet gelangt. Insgesamt hätten etwa 500 Menschen gemeinsam versucht, die Absperrungen entlang der Grenze zu überwinden. Das teilte die Verwaltung der Küstenstadt mit. Der Angriff sei “ungewöhnlich gewaltsam” gewesen, die Angreifer hätten marokkanische und spanische Grenzschützer mit Schlagstöcken und Steinen angegriffen. Es war der größte Flüchtlingsansturm auf das Gebiet seit 2005.

Die Flüchtlinge sangen Triumphgesänge, als sie durch die Straßen von Melilla liefen, um das Aufnahmezentrum zu erreichen. Der dortige Manager sagte, sie würden wahrscheinlich ausgewiesen werden – das Aufnahmezentrum platze bereits aus allen Nähten. Melilla und Ceuta sind spanische Exklaven an der marokkanischen Mittelmeerküste. Die beiden Gebiete haben die einzigen Landgrenzen zwischen der Europäischen Union und Afrika und sind daher ein begehrtes Ziel afrikanischer Migranten.

Bereits vor einer Woche hatten 150 afrikanische Flüchtlinge über Melilla EU-Gebiet erreicht. Anfang Februar waren in Ceuta mindestens 14 Flüchtlinge im Meer ertrunken. Im Anschluss daran hatte es in Spanien eine heftige Debatte über das Verhalten der Sicherheitskräfte gegeben.