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Aufgeladene Stimmung auf der Krim

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Aufgeladene Stimmung auf der Krim

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In Simferopol, der Hauptstadt der Krim, patrouillieren rund einhundert Männer in Uniform, ihre Identität ist unklar. Die neue prorussische Führung der Krim kündigte an, das Referendum über die Zukunft der Halbinsel werde auf den 30. März vorverlegt.

Juri, ein pro-russischer Demonstrant, betonte: “Für mich ist das Wichtigste, dass der Frieden erhalten bleibt. Russland oder Ukraine, das macht keinen Unterschied. Ich wünsche mir vor allem, dass sie uns nicht unter Druck setzen. Manche ukrainischen Politiker sagen, dass Russisch nicht die Amtssprache der Krim ist und, dass wir nur noch in unserer Küche Russisch sprechen dürfen. Dagegen protestieren die Menschen.” Ein anderer Mann fügte hinzu: “Es sind bewaffnete Männer hier, aber es gibt kein Blutvergießen. Nur wer stark ist, kann für seine Rechte kämpfen. Für uns ist die neue Regierung in Kiew nicht legitim.”

Vor dem Parlamentsgebäude der Krim fand eine pro-russische Veranstaltung statt. Einer der Demonstranten geriet in einen Streit mit Dimitri, einem pro-ukrainischen Passanten. Er warf ihm vor, keine Würde zu besitzen. Dimitri regte sich daraufhin über das Band auf, dass der pro-russische Aktivist trug. Es handelt sich um das Sankt-Georgs-Band, ein russisches Symbol militärischer Tapferkeit. Der Demonstrant sagte, es sei ein Symbol der Freiheit. Worauf Dimitri wissen wollte, von welcher Freiheit er denn spreche.

Nach dieser hitzigen Diskussion sagte Dimitri: “Ich bin gegen diese Menschenansammlungen. Die Krim-Regierung und die Behörden könnten die richtige Entscheidung treffen. Wenn sie das Ganze hier, die Demonstration, organisiert und ihre eigenen Leute und ihren Präsidenten nominiert haben; ist das dann eine Regierung? In Kiew haben sich die Menschen von sich aus aufgelehnt, aber hier ist es nicht das Gleiche.”

Unser Korrespondent Sergio Cantone erklärte: “Die lokale pro-russische Bevölkerung ist begeistert von diesen unbekannten Soldaten. All das ist Teil eines Spiels, das zwischen Moskau und Kiew ausgetragen wird. Seit dem Machtwechsel in Kiew ist es intensiver als je zuvor.”