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"Hromadske TV": Eine neue Stimme in der Ukraine

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"Hromadske TV": Eine neue Stimme in der Ukraine

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Es ist ein kleiner Fernsehsender mit 30 Journalisten: “Hromadkse TV” ist eine Stimme der ukrainischen Revolution geworden. “Hromadske TV” heisst “öffentlich” und bezeichnet sich als “sozialen Fernsehsender”.

Ursprünglich sollte er am 28. November vergangenen Jahres auf Sendung gehen, als die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens der Ukraine mit der Europäischen Union vorgesehen.

Natalia Gumenyuk ist Journlaistin und Moderatoren und war von Anfang an dabei: ,
“Wir wollten einen Fernsehsender gründen, der auf den Prinzipien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks basiert – wie in Großbritannien oder Deutschland”, sagt sie. “Es gab keinen sozial verantwortlichen Sender in der Ukraine. Das Internet gab uns die Möglichkeit, mit Freiwilligen einen zu gründen.”

Auch der Journalist und Moderator Mustafa Nayyem hat den Sender mitgegründet:
“Als wir im Internet auf Sendung gingen, gab es auf dem ukrainischen Medienmarkt keinen Sender, der alles zeigte”, berichtet er. “Die ukrainischen Zuschauer haben nicht immer adäquate Informationen bekommen. Kein Sender hat gezeigt, was wirklich hier und jetzt geschieht.”

Während der Geschehnisse auf dem Maidan-Platz stieg die Zahl der Zuschauer von “Hromadske TV” rasant an. Mehr als 210.000 Menschen haben den Sender auf “youtube” abonniert.

Nayyem: “In der Nacht, als die Polizei erstmals eine friedliche Demonstration auflöste, hatten wir eine halbe Million Zuschauer.” Die Journalisten und Redakteuere von “Hromadske TV” haben Studiodiskussionen mit Nichtregierungsorganisationen, Politikern, Experten und vielen anderen organisiert. Auch die Brüder Klitschko waren zu Gast.

Journalistin Gumenyuk meint:
“Unsere unabhängigen Medien sollten den Fehler von 2004 nach der ‘Orangenen Revolution’ vermeiden. Die Journalisten sind damals auf Seiten der Opposition gewesen und haben lange geschwiegen. Wir bleiben der neuen Regierung gegenüber kritisch, und wir sind das Werkzeug, dass das Volk repräsentiert und die Autoritäten zur Verantwortung zieht.” Nach Angaben der Journalisten haben die Ukrainer mehr als umgerechnet 37.000 Euro für den Sender gespendet. Der Rest des Budgets stammt aus Spenden von Nichtregierungsorganisationen und der US-Botschaft in Kiew.

Oksana Romanyuk repräsentiert die Nichtregierungsorganistaion “Reportr ohne Grenzen” in Kiew: “Während der vergangenen drei Monate waren die ukrainischen Medien extrem polarisiert. Es gab die Berichterstattung der unabhängigen und der staatlichen Medien. Es gab eine Gruppe staatsfreundlicher Sender mit manipulierten Informationen. Sie sind für das Blutvergießen mitverantwortlich. Auch staatstreue Journalisten sollte man anklagen”, so ihre EInschätzung.

Die neue ukrainische Regierung hat “Hromadske TV” jetzt sechs Stunden Sendezeit täglich im nationalen Fernsehen zugesagt.