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Ukraine-Crash an der Moskauer Börse

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Ukraine-Crash an der Moskauer Börse

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Wegen der Hochspannung zwischen Russland und der Ukraine ist der Moskauer Aktienmarkt eingebrochen, der Rubel fiel. Die russische Zentralbank reagierte auf die Kurseinbrüche mit einer Anhebung der Leitzinsen um 1,5 Prozentpunkte.

Ukrainischen Grenztruppen zufolge hatte Russland an einer Meerenge zur Halbinsel Krim Panzer auffahren lassen. Das russische Parlament hatte zuvor einen Militäreinsatz in der Ukraine genehmigt.

Nikita Bekasov, Sprecher der Moskauer Börse:

“An diesen außenpolitischen Ereignissen kommen die Anleger nicht vorbei, ganz klar. An globalen Ereignissen, die über’s Wochenende passiert sind, während die Märkte geschlossen waren. Das hatte Auswirkungen auf den Rubel. Er fiel gegenüber dem Dollar und gegenüber dem Euro. Doch die Notenbank hat schnell reagiert und den Leitzins angehoben.”

In Zahlen:

Russischer Rubel und ukrainische Hrywnia fielen auf Rekordtiefs. Der Euro kostete 51,20 Rubel und mehr als 13 Hrywnia. Ukrainische Dollar-Anleihen mit Laufzeiten zwischen drei und neun Jahren sackten zeitweise um fast zehn Prozent ab. Auch die osteuropäischen Währungen gerieten unter Druck.

Der Moskauer Aktienindex RTS, der in Dollar notierte Aktienwerte widerspiegelt, brach um 13 Prozent ein – auf ein Viereinhalb-Jahres-Tief von 1107 Punkten. Das ist der größte Tagesverlust seit den Turbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008.

Eine Passantin in Moskau:

“Das geht nicht gut aus. Mir schwant nichts Gutes. Die Gründe sind ganz klar, meine ich. Die politische Situation, eine wackelige Wirtschaftslage, geringes Wachstum.”

Zu den größten Verlierern an der Börse zählten Gazprom und das größte Geldinstitut Sberbank mit einem Kursminus von zeitweise 16, 17 Prozent. Der Gasförderer büßte knapp acht Milliarden Euro Marktkapitalisierung ein. Das entspricht in etwa dem gesamten Börsenwert der Lufthansa.

Auch der deutsche Aktienindex Dax und der EuroStoxx50 verloren zeitweise mehr als zwei Prozent, Wien drei Prozent.

su mit Reuters