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"Als Lamborghini vergleichen wir uns nicht mit anderen"

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"Als Lamborghini vergleichen wir uns nicht mit anderen"

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Wenn die Krise vorbei ist, werden die Röcke kürzer, glauben manche – und die Autos schneller. Nach sechs Jahren Tristesse erwartet die Autobranche, dass die Verkaufszahlen in Europa 2014 wieder steigen. Um die zwölf Millionen Fahrzeuge werden vorhergesagt – das Vorkrisenniveau von 15 Millionen läge damit aber noch in weiter Ferne.

Es herrsche ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage in Europa, so Fiat-Chef Sergio Marchionne. Er sprach von Überkapazitäten von drei Millionen Autos. Die einzige Lösung sei, Produktionskapazitäten zu reduzieren.

Auch der Markt für Luxussportwagen hat sich noch nicht vollständig erholt. Der Absatz fiel vergangenes Jahr um 4 Prozent auf insgesamt 13.180 Stück, vor allem wegen der schwachen Nachfrage in Europa.

Fragen an den Chef der Volkswagen-Tochter Lamborghini, Stephan Winkelmann, zum Autosalon in Genf:

Giacomo Segantini, euronews:

“Lamborghini gehört zu einer Gruppe, die Marken wie Seat und Skoda besitzt. Was erwartet die Volkswagen-Gruppe vom Automarkt ?”

Stephan Winkelmann:

“Der globale Pkw-Markt insgesamt wächst – schon 2013: 70 Millionen Autos wurden ausgeliefert – und auch in diesem Jahr wird wieder Wachstum erwartet. Vielleicht nicht so schnell wie vor ein paar Jahren prognostiziert. Aber Wachstum wird 2014 sein, das ist sicher.”

In der Mini-Modellpalette von Lamborghini löst der Huracán LP 610-4 den Gallardo ab. Auch er wird kaum unter 170 000 Euro zu haben sein.

euronews:

“Was hat das Auto für Lamborghini und was unterscheidet es von den anderen ?”

Winkelmann:

“Ganz klar: Für uns ist dieses Auto die Zukunft. Der Gallardo war das meistverkaufte Modell der gesamten Lamborghini-Geschichte. Das zu ersetzen, das ist schon was. Und es läuft gut, wir haben schon mehr als tausend Bestellungen für den Huracán. Der typische Kunde ist ein Mann, ein Selfmademan, ein Unternehmer, und in Europa ist er so um die 40 Jahre alt.”

Der Konkurrent Ferrari aus dem Fiat-Konzern führt das Marktsegment an, setzte 2013 mit weniger als 7.000 Autos 2,3 Milliarden Euro um, unter dem Strich blieben 364 Millionen Euro operativer Gewinn.

euronews:

“Kürzlich bekam Ferrari von einer Beratungsagentur den Titel “die stärkste Marke des Planeten.” Glauben Sie, dass Lamborghini das übertreffen kann?”

Winkelmann:

“Als Lamborghini vergleichen wir uns nicht mit anderen. In den ersten vierzig Jahren – nur um Ihnen ein Beispiel zu geben – verkauften wir insgesamt 10.000 Autos. Jetzt, im vergangenen Jahrzehnt, warten es 20.000. Was Lamborghini gemacht hat, ist außergewöhnlich, das hat meines Wissens keine andere Marke gebracht.”

Und wenn er doch in den Rückspiegel schaut, dann eher auf die Ideen von Maserati, als auf Energiesparer wie von Tesla. Die Kundenzielgruppe sei eine völlig andere, sagte er: Tesla-Käufer würden von der Umweltidee angezogen. “Das ist kein Sportwagen – es ist das Gegenteil”.

su mit dpa