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Apps für Zuckerhut und Zugspitze

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Apps für Zuckerhut und Zugspitze

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Fünf Millionen Menschen feiern jedes Jahr Karneval auf den Straßen Rios. Technologie spielt dabei für eine früher rein handwerkliche Kunst eine stetig wachsende Rolle.

Bei der Gestaltung der berühmten Umzugswagen setzt Renato Silva 3D-Grafiken ein. Auf diese Weise kann er die Beschaffenheit und die Maße der Wagen genau berechnen und sorgt somit auch für mehr Sicherheit im Karneval.

“Wir sind in der Lage, Bewegungen zu simulieren. Hindernisse können vorausgesehen werden, denn die fertigen Wagen haben andere Dimensionen, wenn sie aus der Fabrik kommen”, so Renato Silva.

“Bafafa” heißt eine App, die den Feierwütigen hilft, sich ihren Weg durch die Massen zu bahnen – und die besten Partys zu finden. Denn die Zahl der Straßenfeiern, in Brasilien “Blocos” genannt, ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

Ricardo Rabelo, Journalist und Herausgeber der “Bafafa”-App, sagt: “Bei einer ‘Bloco’-Party kann dann jeder dank der App sehen, zu welcher Party er als nächstes gehen kann. Die jungen Leute sind jeden Tag bei acht bis zehn Partys – ein echter Marathon.”

“Blocos” gibt es hunderte: Manche ganz in der Karnevalstradition anderer Regionen, andere haben sich auf Jazz oder Rock spezialisiert.

Mit der App der Gruppe “Beija Flor Samba” kann man Fotos schießen und diese mit anderen Karnevalisten weltweit teilen.

“Beija Flor hat eine App erstellt, die sich die Leute kostenfrei im Internet besorgen können. Damit können sie auf ihren Handys oder Tablets die Karnevalsumzüge auf der ganzen Welt live verfolgen und die Fotos aller Kostüme sehen”, erläutert Bira Silva von “Beija Flor Samba”.

Rio rechnet dieses Jahr mit mehr als 900.000 Karnevalstouristen – ein echter Wirtschaftsfaktor für die zweitgrößte Stadt Brasiliens.

Vom Zuckerhut auf die Zugspitze

Zwei 17-jährige Schüler der englischen Elite-Schule Eton College haben eine App für Skifahrer entwickelt, die dabei hilft, die besten Pisten ausfindig zu machen und sich mit seinen Freunden zu messen.

Ed Hardy und Kit Logan, die beiden Entwickler, haben ihre App namens “Edge” mit einem Navigator ausgestattet, der zudem Daten über die Geschwindigkeit, die Distanzen und die zurückgelegten Höhenmeter liefert.

“Es gibt viele neue Sensoren im Handel, und die Leute sind sehr daran interessiert, ihre Daten aufzuzeichnen”, sagt Ed Hardy. “Sie wollen wissen, wie schnell sie unterwegs waren, wie viele Höhenmeter sie überwunden haben – all diese Informationen, über die sie vorher nie Bescheid wussten”, so Hardy weiter.

Auf ihrer eigenen Internetseite haben die beiden App-Erfinder Daten und Fakten von mehr als 600 Skigebieten gesammelt: Die Wintersportler in den bayerischen Alpen nutzen das Angebot bereits.

“Snowboarden alleine macht schon Spaß, aber mit so einer App, die die Geschwindigkeit und so etwas misst, ist es noch besser”, findet eine Snowboarderin aus den Niederlanden.

Ihre Daten können die Skifahrer und Snowboarder dann in sozialen Netzwerken mit anderen Sportlern teilen und vergleichen.

Ein Skifahrer aus Deutschland sagt: “Also, ich find es ziemlich cool. Vorhin bin ich ein ziemlich steiles Stück gefahren und da war ich ziemlich schnell. Und da hätte ich gerne gewusst, wie schnell ich da war.”

Bislang ist das Angebot kostenfrei, doch mittlerweile denken die beiden Entwickler darüber nach, gewisse, von ihren Benutzern gesammelte Pistendaten an die Betreiber in den Skigebieten zu verkaufen und auf diese Weise Profit aus ihrer Erfindung zu schlagen.