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Extravagantes für Herbst und Winter

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Extravagantes für Herbst und Winter

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Die spanische Choreographin und Balletttänzerin Blanca Li eröffnete die Modenschau, auf der Jean Paul Gaultier seine Herbst- und Winter-Kollektion vorstellte.

Als Veranstaltungsort hatte sich Gaultier das ehemalige Hauptquartier der französischen Kommunisten in Paris ausgesucht – ein Gebäude aus den sechziger Jahren, renoviert vom 2012 verstorbenen brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer.

Gaultier nahm seine Gäste mit auf eine Reise ins Weltall und präsentierte galaktische Kleidung mit Neopunk-Elementen.

“Es war, als würde jemand zur Venus fliegen. Der Film “Gravity” und die Leute, die so tun, als würden sie einen fremden Planeten besuchen, haben mich inspiriert. So ist das entstanden. Das war wirklich fantastisch”, sagte Gaultier.

Das niederländische Duo Viktor & Rolf hatte eine Kollektion in Grautönen im Programm – elegant und raffiniert zugleich. Einzelne Farbtupfer setzten Akzente.

Viktor Horsting und Rolf Snoeren zeigten dabei bequeme Kombinationen – gerne auch in assymetrischen Formen und mit Wollelementen.

Viktor & Rolf schufen eine straßentaugliche Mode in urbanem Stil: mal nüchtern, mal extravagant.

Mit dem Franzosen Christoph Guillarmé stellte in Paris ein junger Modeschöpfer seine Arbeit vor. Seine Herbst-Winter-Kollektion verfügt über Wurzeln in den sechziger und siebziger Jahren und setzt voll und ganz auf Retro.

Guillarmé: “Dieses Mal habe ich mich von der optischen Kunst, der Op-Art, inspirieren lassen. Ich hatte Lust auf diesen graphischen Ansatz, denn das ist immer noch irgendwie meine Arbeit, mit kräftigen Farben. Ich hatte einfach Lust, mit Volumen und mit graphischer Gestaltung zu arbeiten”, so Guillarmé weiter: “Es ist ein bisschen von den siebziger Jahren angehaucht und geht in Richtung ‘Barbarella’. Also wirklich ein bisschen wie in den Siebzigern.”

Guillarmé hat einen besonderen Draht zu Filmdiven. Jedes Jahr schneidert er Kleider für Schauspielerinnen, die seine Werke dann auf den roten Teppichen dieser Welt spazierentragen.

Modeveteranin Vivienne Westwood holte sich für ihre Kollektion Anregungen von den Asháninka, einem Volk, das in den Regenwäldern Perus und Brasiliens lebt. Gemischt mit Elementen, die an Charles Worth erinnern, der als Mitbegründer der Haute Couture gilt.

Mit ihrer südamerikanischen Anleihe wollte Westwood auch eine politische Botschaft verbunden wissen: “Alles wurde mit Schmuck und dem Waldaspekt vermischt. Diese Leute kämpfen seit Jahren für den Erhalt des Regenwaldes, und die Kollektion mit dem ganzen Grün ist ziemlich militärisch”, sagt Westwood.

Doch ein Brautkleid ist selbst bei Westwood immer noch weiß. Das Finale bestritt sie dann mit ihrem Mann, dem Österreicher Andreas Kronthaler.