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Googooshs Tabubruch: "Freiheit zu lieben für alle"


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Googooshs Tabubruch: "Freiheit zu lieben für alle"

Die iranische Sängerin Googoosh hat ein Tabu gebrochen. Mit einem Musikvideo unterstützt sie die schwul-lesbische Gemeinschaft ihres Landes und ist damit die erste iranische Persönlichkeit, die sich offen gegen Homophobie ausspricht. In ihrem Lied “Behesht”, zu deutsch Himmel, geht es um eine verbotene Liebe. Regisseur des Videos ist Navid Akhavan, der in Teheran geboren wurde und seit seiner Kindheit in Deutschland lebt.

“Auf die Internetseite, auf der das Video zuerst gezeigt wurde, wurde in den ersten 24 Stunden mehr als eine halbe Million Mal zugegriffen”, sagt Akhavan. “Das zeigt, dass dieses Thema in jedem Fall Aufmerksamkeit erregt. Ob man nun dafür oder dagegen ist.”

Googoosh ist so etwas wie Irans erste Diva. Obwohl sie im Exil in den USA lebt und seit 1979 in ihrer Heimat Auftrittsverbot hat, ist die 63-Jährige im Iran immer noch sehr populär.

Ihre Positionierung hat in einem Land, in dem Homosexualität verboten ist, eingeschlagen wie eine Bombe.

Akhavan: “Dadurch wurde eine Diskussion angestoßen, was großartig ist. Viele schreiben, dass sich ihr Leben dadurch verändert hat”, sagt er. “Die Kommentare, die wir lesen, die Nachrichten, die wir seit der Veröffentlichung des Videos bekommen haben, zeigen, dass dies nur der erste Schritt einer Veränderung war – vorher hat man über dieses Thema nicht gesprochen. Und wenn doch mal darüber gesprochen wurde, dann immer nur negativ, so als sei das unmoralisch und falsch, als sei man krank und brauche Hilfe oder müsse bestraft werden, bis hin zur Todesstrafe. Jetzt wird eine komplett andere Diskussion geführt, dieses Video war der erste Schritt”, meint Akhavan.

In Nordamerika und Europa tritt Googoosh regelmäßig vor Exil-Iranern auf. Ihre Botschaft ist einfach und doch so kompliziert: “Freiheit zu lieben für alle”.

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