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Skandal um mitgeschnittene Sarkozy-Gespräche

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Skandal um mitgeschnittene Sarkozy-Gespräche

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Ein neuer Skandal erschüttert die französische Politik: Ein enger Berater soll Gespräche des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy heimlich aufgezeichnet haben.

Auszüge der Aufnahmen wurden nun von französischen Medien veröffentlicht. Offenbar existieren Hunderte Stunden Material.

Bei dem früheren Berater handelt es sich um Patrick Buisson. Der frühere Journalist war mitverantwortlich für den Rechtsruck Sarkozys im Wahlkampf 2012.

Auch Atlantico.fr veröffentlichte Teile der Aufnahmen. Der Chef des Internetdienstes erklärte, Buisson habe einfach sein Aufnahmegerät in seine Jackett-Tasche gesteckt, wenn er das Haus verließ. Er habe alles aufgezeichnet, was um ihn herum geschah. Es sei für ihn wie eine Lebensversicherung gewesen, denn er habe viele Feinde im Elysee-Palast gehabt. Buisson habe zu Vertrauten gesagt, es sei nützlich Aufnahmen von ein paar Leuten zu besitzen.

Buisson räumte die Existenz der Aufzeichnungen ein. Es seien “Arbeitsdokumente” gewesen, erklärte sein Anwalt.

Französische Politiker reagierten empört auf den Vorfall. Einige zeigten sich verärgert, andere forderten eine offizielle Untersuchung.

Henri Guaino, ein enger Vertrauter Sarkozys sagte: “Das ist ein Vertrauensbruch. Für uns ist diese Erfahrung vergleichbar mit einer Vergewaltigung.”

Sarkozy soll sich in den Aufnahmen u.a. abfällig über Parteifreunde geäußert haben.

Der Skandal erwischt Sarkozys konservative UMP wenige Wochen vor den französischen Kommunalwahlen.