Eilmeldung

Eilmeldung

China: Der Staat lässt zum erstenmal Verlustfirma fallen

Sie lesen gerade:

China: Der Staat lässt zum erstenmal Verlustfirma fallen

Schriftgrösse Aa Aa

In China hat der Staat zum erstenmal eine Unternehmensanleihe platzen lassen. Anders als zuvor bei anderen strauchelnden Unternehmen kamen die Behörden nicht zu Hilfe, als die Verluste schreibenden Solarfirma Chaori die Zinsen für ein Papier nicht zahlen konnte. Die sogenannte “implizite Staatsgarantie” gilt offenbar nicht mehr. Drei chinesische Unternehmen mit schwachen Rating-Noten verschoben daraufhin die Ausgabe von Anleihen.

Experten fürchten, dass nun weitere Unternehmen folgen. “Der Fall zeigt, dass die Regierung jetzt schwache Unternehmen dem Markt überlässt”, sagte Christopher Lee, Unternehmensexperte für China bei der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Nun drohten gerade bei Firmen in den Branchen mit Überangebot weitere Pleiten.

Bisher hatten die Regierung in Peking oder örtliche Behörden strauchelnde Unternehmen noch jedesmal herausgehauen.

Die hohe Verschuldung in China und besonders der Schattenbanken-Sektor – also Schulden außerhalb von Banken – gelten als massives Risiko für die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft. Nach S&P-Berechnungen haben sich in der chinesischen Volkswirtschaft aktuell insgesamt 213 Prozent der Wirtschaftsleistung an Schulden angehäuft. 2007 seien es noch 140 Prozent gewesen.

su mit Reuters