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Das iranische Kino auf dem Weg nach vorn

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Das iranische Kino auf dem Weg nach vorn

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“The Past”, “Das Vergangene”. Der Erfolg des Films von Asghar Farhadi im vergangenen Jahr in Cannes steht für die wachsende Bedeutung des iranischen Kinos. Die Goldene Palme für die beste Darstellerin ging an Bérénice Bejo.

Marie holt ihren Ehemann, den Iraner Ahmad, am Flughafen in Paris ab. Die beiden haben getrennt voneinander gelebt, jetzt kommt er zurück, weil für den kommenden Tag der Scheidungstermin angesetzt ist. Farhadis Arbeit ist vielen jungen Iranern eine Quelle der Inspiration.

Als Brücke zwischen westlicher und östlicher Filmwelt versteht sich das Fajr-Festival. Es findet jedes Jahr im Februar in Teheran statt und wurde 1982 am Jahrestag der Islamischen Revolution ins Leben gerufen. “Das ist großartig. Es gibt eine neue Generation, die sehr gute Filme macht. Sie streben nach vorn”, meint die Schauspielerin Nikki Karimi.

“Fish and Cat”, “Fisch und Katze”, heisst der Streifen des jungen Regisseurs Sharam Mokri. Er hat bereits bei mehreren Festivals Wellen geschlagen und Preise in Lissabon, Dubai und Istanbul eingeheimst. Viele junge Iraner wollen von Mokri lernen.

Die iranische Filmindustrie ist eine der erfolgreichsten im Nahen und Mittleren Osten. Der erste Stummfilm wurde im Iran im Jahr 1930 gedreht. Inzwischen gibt es mehr als 60 Filmschulen in und um Teheran. An der Kunst- und Film-Akademie “Karnameh” unterrichten bekannte Regisseure wie Farhadi oder Abbas Kiarostami. “Die Oscars, die Farhadi gewonnen hat, waren der Beginn einer neuen Ära für das iranische Kino”, so Mokri, “es arbeitet eng mit dem weltweiten Kinio zusammen und wird immer internationaler.”

“A Separation”, “Eine Trennung”, der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Film von Asghar Farhadi, ist nur ein Beispiel für das neue iranische Kino. Bitter ist nur, dass trotz dieser Erfolge einige der Werke selbst im eigenen Land nicht gezeigt werden dürfen.