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Bericht: Syrisches Gesundheitssystem praktisch kollabiert

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Bericht: Syrisches Gesundheitssystem praktisch kollabiert

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Die zweite Welle der Opfer sind diejenigen, die nie an Kämpfen beteiligt waren.

Ein Bericht der Hilfsorganisation “Save the Children” zeichnet ein dramatisches Bild der Gesundheitslage in Syrien. Demnach sind 60 Prozent der syrischen Krankenhäuser zerstört, Infektionskrankheiten überall auf dem Vormarsch.

Die Welle dieses Leids schwappt auch auf Nachbarländer wie den Libanon über, deren Notprogramme oft die einzige Grundversorgung für Flüchtlinge bieten.

“Wir wissen von vielen Fällen von Kinderlähmung in Syrien”, so der Arzt Dr. Melhem Harmouche. “In Deir al Zor allein sind etwa 20 Fälle bekannt. Und weil viele Syrer in den Libanon fliehen, vor dem Beschuss, den Belagerungen und der wirtschaftlichen Situation, leiten die Länder rund um Syrien Vorsorgemaßnahmen in die Wege.”

Auch vermeidbare Probleme, wie Transfusionen mit falschen Blutgruppen, kommen in der Notlage in Syrien immer wieder vor. Ganze Nachbarschaften sind außerdem von Mangel und Hunger gezeichnet: Im vor allem von palästinensischen Flüchtlingen bewohnten Stadtteil Yarmouk in Damaskus starben laut Amnesty International bisher fast 200 Menschen an Unterernährung.

Syrische Regierungstruppen belagern den Stadteil seit 2012, unter anderem, weil sich dort islamistische Rebellen verschanzt hatten. Auf Rebellenseite vermutet Amnesty ebenfalls Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Schätzungen zufolge sind bisher rund 140.000 Menschen in Folge des syrischen Bürgerkriegs ums Leben gekommen.