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Was kosten wen EU-Sanktionen gegen Russland ?

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Was kosten wen EU-Sanktionen gegen Russland ?

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Hinten an den Militärfahrzeugen, die über die Krim rollen, steht “лю́ди”, das in Russland übliche Wort für “Mannschaftswagen”. Offizielle Hoheitszeichen fehlen, auch an den Uniformen der Männer, die darauf sitzen. Solche Aktionen beantwortet die EU mit dem Einfrieren der Verhandlungen mit Russland über Reiseerleichterungen. Brüssel droht mit Sanktionen, EU-Ratspräsident Herman van Rompuy kündigt für jeden weiteren russischen Schritt dieser Art “Konsequenzen” an. Dabei verweist er gezielt auf den Wirtschaftsbereich.

Europas Spitzenpolitiker lassen derweil durchrechnen, wer wirtschaftlich wie viel zu verlieren hat. Die Exporte der EU nach Russland machen nur 1 Prozent des BIP der 28 EU-Staaten aus.
Umgekehrt belaufen sich die russischen Lieferungen in die EU auf 15 Prozent des russischen BIP. Laut “Oxford Economics”, einem renommierten Institut für Wirtschaftbewertungen, wäre bei einem Wirtschaftskrieg aber auch eine Verteuerung der Energiepreise für die Europäer zu befürchten. Um 15 Prozent bei Gas, um 10 Prozent bei Erdöl. Das BIP könnte in der Euro-Zone bis 2015 1,5 Prozent verlieren. Und natürlich würde der Rubel dann weniger rund rollen. Und ein Einbrechen des BIP um 10 Prozent bis Ende 2015, wenn Moskau 80 Prozent weniger Energieträger verkaufen würde. Der Experte Carsten Brzeski in Brüssel verweist zuerst auf die hohe Abhängigkeit Deutschlands von den russischen Lieferungen via Ukraine. Er spricht auch die vielen deutschen Unternehmen an, die in Russland auf einen wachsenden Markt gesetzt und investiert haben.
31 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases und 35 Prozent des Erdöls kommen aus Russland. Rund 6.000 Unternehmen mit zusammen um die 200.000 Arbeitsplätzen sind vom Handel mit Russland abhängig. Auch das dürfte die deutschen Mühen beeinflussen, doch noch mit Verhandlungen die Krise zu bewältigen.