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Krim-Parlament will ukrainisches Staatseigentum enteignen

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Krim-Parlament will ukrainisches Staatseigentum enteignen

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In der Hafenstadt Sewastopol zeichnen Plakate zwei Zukunftsvisionen für die Krim-Halbinsel: Eine als ukrainisch-faschistische Diktatur, und eine in den Farben der russischen Föderation.

Auch im Krim-Parlament in Simferopol stehen weiterhin alle Zeichen auf Abspaltung von der Ukraine. In den kommenden Tagen will das Parlament Einrichtungen und Anlagen, die dem ukrainischen Staat gehören, enteignen und der Krim übertragen.

Einen Beibehalt des Status-Quo mit der Ukraine sieht der Wahlzettel des Referendums am Sonntag nicht vor. Alternativ zum Beitritt zu Russland können die Krim-Bewohner darauf nur für eine Rückkehr zur Situation von 1992 Stimmen – was der Krim-Regierung dann ebenfalls eine Vertiefung der Beziehungen zu Russland ermöglichen würde.

Nicht alle Krim-Bewohner sind darüber aber uneingeschränkt glücklich: “Russland hat uns hier mit viel Geld die eigenen Vorstellungen aufgedrängt, und sagt, alles werde gut”, so einen Passantin in der Hauptstadt Simferopol. “Aber sagen sie mir, ist alles gut in Russland?”

Ein anderer Mann sieht Russland dagegen als zuverlässigen Ordnungshüter: “Es hat sich gezeigt, dass Russland für Stabilität steht. Sie haben das Chaos auf den Straßen in Kiew ja gesehen.”

Russland bezeichnet eine Wiedereingliederung der Krim als Richtigstellung eines historischen Fehlers. Die Ukraine hat bisher keinen Versuch unternommen, der neuen russische Dominanz auf der Krim auch militärisch etwas entgegenzusetzen. Ihre dort stationierten Truppen bleiben weiterhin in den Kasernen.

Auf einen Konflikt ist das ukrainische Milität schlecht vorbereitet. Laut unbestätigten ukrainischen Medienberichten sollen ihm auf der Krim nun angeblich 80.000 russische Soldaten gegenüberstehen.

Kiew setzt deshalb weiter auf den Westen. Am Mittwoch begann ein schon zuvor geplantes gemeisames Manöver der USA, Rumäniens und Bulgariens im Schwarzen Meer. Die USA verlegt zusätzliche Kampfjets nach Polen, regelmäßig gibt es NATO-Aufklärungsflüge nahe der Krim.

Die USA und die NATO unternahmen zuletzt aber keine zusätzlichen Schritte zum Ausbau einer militärischen Drohkulisse.