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Simferopol: "Alle erwarten die Abspaltung der Krim von der Ukraine"

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Simferopol: "Alle erwarten die Abspaltung der Krim von der Ukraine"

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Euronews-Journalistin Simona Volta sprach mit unserem Korrespondenten Sergio Cantone in der Krim-Hauptstadt Simferopol.

euronews:
“Sergio, wie ist die Stimmung nachdem die Regionalregierung wenige Tage vor der Volksabstimmung ihre Unabhängigkeit von Kiew erklärt hat?”

Sergio Cantone:
“Niemand rechnet bei dem Referendum mit einer Überraschung. Alle erwarten eine historische Entscheidung: die Abspaltung der Krim von der Ukraine. Noch ist nicht absehbar, was das für Konsequenzen für die politische Zukunft der Krim haben wird, doch das Ergebnis scheint, wie gesagt, schon festzustehen. Ich kann ihnen erzählen, was mein Kameramann und ich heute Morgen erlebten, als wir per Zug von Kiew hierher reisten – wie sie vielleicht wissen, wurden die Flüge aus Kiew gestrichen. Als wir ankamen, mussten wir durch Sicherheitskontrollen, die von den sogenannten Selbstverteidigungmilizen ausgeführt werden. Vor allem Journalisten werden überprüft. Unsere Kollegen von Al-Jazeera, die mit uns reisten, wurden nicht durchgelassen.”

euronews:
“Sie haben die pro-russischen Gruppen erwähnt, aber haben Sie auch Internationale Beobachter in den Straßen von Simferopol gesehen?”

Sergio Cantone:
“Nein, ich habe keine gesehen. Sie sind hier nicht willkommen. Wir sprachen heute mit Passanten und wir hatten wirklich das Gefühl, dass die Internationalen Beobachter nicht erwünscht sind. Die Menschen glauben, dass die internationalen Beobachter den Verlauf der Volksabstimmung stören würden.”

euronews:
“Die internationale Gemeinschaft hat bereits angekündigt, dass sie das Ergebnis des Referendums nicht anerkennen wird. Was halten die Menschen auf der Krim davon?”

Sergio Cantone:
“Die Menschen in Simferopol sehen das als eine Provokation der westlichen Länder. Denn diese wollen ihrer Meinung nach den Willen der Mehrheit der Menschen auf der Krim nicht akzeptieren. Die Bewohner hier wollen sich Russland annähern oder zumindest von der Ukraine wegkommen, insbesondere nach der Maidan-Revolution.”