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Kiew: Rada beschließt Bildung einer Nationalgarde

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Kiew: Rada beschließt Bildung einer Nationalgarde

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Das Parlament in Kiew hat für die Bildung einer Nationalgarde gestimmt. Die bis zu 60.000 Mann starke Truppe soll dem Innenministerium unterstehen und die 130.000 Soldaten der Armee unterstützen. 262 von 330 anwesenden Abgeordneten der ukrainischen Rada stimmten für die Bildung der Garde.

Parlamentssprecher und Übergangspräsident Alexander Turtschinow erklärte die Aufgaben der Truppe: “Neben der Strafverfolgung, die die Nationalgarde als Teil des Innenministeriums übernimmt, wird sie zusätzliche Aufgaben haben. Sie soll für öffentliche Sicherheit sorgen, die Grenzen sichern und Terrorismus stoppen. Zudem soll die Nationalgarde typische militärische Aufgaben übernehmen.”

Auch Freiwillige aus den sogenannten Selbstverteidigungsgruppen des Maidan sollen der Nationalgarde angehören.Yuriy Krisyuk will sich so schnell wie möglich anschließen. Der Maidan-Aktivist zeigt seinen Wehrpass, den er seit dem Beginn der Proteste bei sich trägt: “Ich habe meinen Wehrpass seit dem November die ganze Zeit dabei. Ich kann mich innerhalb von zwei Stunden bei der militärischen Einstellungsbehörde melden, die Waffen nehmen und den Menschen meines Landes dienen.”

Krisyuk hat in Russland gedient. Seine Familie lebt dort. “Ich hoffe, dass es keinen Krieg gibt”, sagt er. “Meine Frau und meine kleine Tochter sind in Russland, ich habe sie seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen.”

Neben den Freiwilligen der Selbstverteidigungstruppen will die Regierung offenbar auch ehemalige Angehörige der Truppen des Innenministeriums rekrutieren, erste Trainings haben bereits begonnen.

Dazu unsere Korrespondentin Maria Korenyuk:
“Nach Angaben des Nationalen Sicherheitsrates hat die Nationalgarde bereits 32.000 Mitglieder. 20.000 weitere Männer sollen im Laufe der nächsten zwei Wochen aufgenommen werden.”