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Krim-Minderheiten protestieren gegen Referendum

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Krim-Minderheiten protestieren gegen Referendum

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Sie fordern den Verbleib der Krim in der Ukraine, und ihren Protest trugen Referendumsgegner am Freitag auf die Landstraßen der Krim. Viele liefen einfach da los, wo sie wohnen.

Gut 60 Prozent der Krim-Bevölkerung sind ethnisch-russisch. Die Übrigen fühlen sich von Moskau nicht vertreten, sie befürchten unausgeglichene Verhältnisse:

“Unsere Leute werden nicht am Referendum teilnehmen. Wir betrachten es als unsere Pflicht, diese sogenannte Volksbefragung zu boykottieren”, so ein älterer Herr.

Manche sind auch gegen eine Unabhängigkeit der Krim: “Wir wollen, dass unser Land intakt bleibt. Wir waren schon immer Ukrainer und werden das auch bleiben”, so eine junge Frau. “Wir wollen in der Ukraine leben”, fügt ihre Freundin hinzu. “Dieses Referendum ist illegal, es ist Betrug. Sie halten eine Wahl ab, gegen unseren Willen und mit Hilfe von Maschinengewehren.”

Dem Krim-Parlament kann es dagegen nicht schnell genug gehen. Man plane, den Beitritt zu Russland innerhalb von zwei oder drei Wochen zu vollziehen, so Vizeparlamentspräsident Sergei Tsekow, der auch Chef einer ethnisch-russischen Organisation auf der Krim ist.

“Wir sind auch unserer Verteidigung wegen für Russland”, so Tsekow. “Die Russische Föderation beschützt uns. Ich möchte noch einmal in Erinnerung rufen, dass die Lage auf der Krim ruhig ist, die Menschen sind zum Großteil glücklich. Und das ist so, weil wir uns unter russischen Schutz sicher fühlen.”

Aber auch wenn alles nach dem Plan des Krim-Parlament abläuft: Die Anpassung an russische Strukturen könne bis zu fünf Jahre dauern, glaubt Tsekow.