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UNICEF-Bericht: im Syrienkonflikt leiden Kinder am schlimmsten

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UNICEF-Bericht: im Syrienkonflikt leiden Kinder am schlimmsten

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Für Kinder ist Syrien derzeit das gefährlichste Land auf der Welt. Zu dieser Einschätzung kommt UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, in einem Bericht zum Krieg im Lande, der mittlerweile in sein viertes Jahr geht. So brauchen zwei Millionen Kinder in Syrien psychologische Hilfe.
Eine ganze Generation – rund 5,5 Millionen Kinder – leidet unter den verheerenden Auswirkungen von Gewalt und Flucht, von erbärmlichen Lebensbedingungen, die die kindliche Entwicklung behindern. Der 12jährige Ali lebt in einem Lager in Jordanien. Er berichtet von der Flucht aus Syrien und vermisst seither seine Schule sehr. Hier finde er keinen Ersatz dafür, klagt der Junge.
Mit den Kindern leiden die Mütter. Sie leiden doppelt. Psychisch, weil sie ihren Kindern nicht helfen können. Physisch, weil sie jeden guten Happen den Kindern geben und selber immer schlechter ernährt sind. Für Dina ist die Angst um die Kinder das Schlimmste. Eng zusammengepfercht im Lager sind sie Krankheiten ausgeliefert, für die Ärzte und Medikamenten fehlen. Das Miterleben der Kämpfe hat die kleinen Seelen krank gemacht.
Nach UN-Angaben sind bisher mehr als 10.000 Kinder im Syrien-Konflikt getötet worden. Es können auch mehr sein, viele Kinder sind wie immer bei Flucht und Vertreibung einfach verloren gegangen. Bis zu eine Million Kinder sind Gefangene der kämpfenden Parteien. Zu ihnen dringt keine humanitäre Hilfe vor. Sie sind jeder Art von Missbrauch hilflos ausgeliefert. Berichtet wird von 12jährigen Jungen, die als Kindersoldaten rekrutiert wurden. UNICEF-Vertreter Ted Chaiban
spricht von Kinderarbeit. Mindestens eines von zehn Kindern müsse so zum Überleben der Familie beitragen. Und er berichtet von Kinderehen, zu denen die minderjährigen Mädchen gezwungen werden. Kinderehen gab es vorher in Syrien nicht.
Dieser enorme Druck lasse die Kinder schneller erwachsen werden, raube ihnen die Kindheit.
Weshalb UNICEF sich auf die Notwendigkeit von Bildung konzentriere.
Das Bemühen von Hilfsorganisationen, Schulen in den Lagern einzurichten, ist unter diesen Bedingungen nur der berühmte Tropfen auf einen heissen Stein. Das liegt nicht nur am widrigen Umfeld. Es fehlen die Mittel. UNICEF beklagt, nur acht Prozent jener Mittel zur Verfügung zu haben, die für eine wirksame Hilfe nötig wären.