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Die Krim vor dem zweiten unrechtmäßigen Besitzerwechsel innerhalb von 60 Jahren

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Die Krim vor dem zweiten unrechtmäßigen Besitzerwechsel innerhalb von 60 Jahren

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Die Krim ist laut Verfassung der Ukraine eine autonome Republik im ukrainischen Staatsverband.
Nun droht in einer Krise nach Art des Kalten Krieges die Abspaltung und der Anschluß an Russland. Die Halbinsel im Schwarzen Meer hat ungefähr die Größe von Belgien. 27.000 Quadratkilometer. Im Norden ist sie mit dem ukrainischen Festland verbunden. Im Osten liegt die Stadt Kertsch an der Küste des Asowschen Meeres wenige Kilometer vom russischen Festland entfernt. Von strategischer Bedeutung ist der Kriegshafen Sewastopol. Hier liegt die Schwarzmeerflotte, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zwischen der Ukraine und Russland aufgeteilt wurde. Russland hat derzeit einen Teil des Kriegshafens für seine Flotte gepachtet. Die muslimischen Krim-Tataren siedelten sich im 16. Jahrhundert an, rund hundert Jahre vor den Russen. Sie gehören zu den unter Stalin unterdrückten Minderheiten, wurden wie die Deutschen von der Wolga nach Mittelasien oder Sibirien verbannt. Die Tataren konnten erst nach Ende der UdSSR zurückkehren, daher ihr tiefes Mißtrauen gegenüber Moskau.
Zur Ukraine ist die Krim ebenso unrechtmäßig gekommen wie sie jetzt zurück zu Russland wechseln wird.
Nach 300 Jahren russischer Herrschaft hatte 1954 der Stalin-Nachfolger Nikita Chruschtschow, ein Ukrainer, das beliebte Ferienareal der Sowjetbürger seiner Heimatrepublik “zum Geschenk” gemacht. Unter Bruch der Verfassung der UdSSR. Zuvor gehörte die Krim zur Russischen Föderativen Sozialistischen Sowjetrepublik (RFSSR). Dass so viele Russen auf der Krim leben hat mit den 300 Jahren russischer Herrschaft zu tun. Besonders unter der deutschstämmigen Zarin Katharina II. wurde durch ihren Minister Potjomkin das russische Herrschaftsgebiet weit in den Süden bis ans Schwarze Meer ausgedehnt. Heute bezeichnen sich weit mehr als die Hälfte der Krim-Bewohner als Russen, um die 20 Prozent bezeichnen das Ukrainische als ihre Muttersprache. Rund 20 Prozent sind Krim-Tataren. Bei der Präsdentenwahl von 2010 stimmte eine Mehrheit von 78,24 Prozent für Wiktor Janukowitsch. Julia Timoschenko bekam nur 17,31 Prozent. Die Präsidenten Putin und Janukowitsch hatten gerade erst den Pachtvertrag für den Kriegshafen von Sewastopol bis 2042 verlängert. Der ist für Russland von strategischer Bedeutung, weil die Schwarzmeerflotte von hier aus ins Mittelmeer und durch den Suezkanal in den Indischen Ozean gelangen kann.