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Genfer Filmfest für Menschenrechte: Die Revolution wie ein Wassertropfen


Kultur

Genfer Filmfest für Menschenrechte: Die Revolution wie ein Wassertropfen

Filme, die zum Nachdenken anregen und für Diskussionsstoff sorgen, sind das Markenzeichen des Internationalen Filmfestivals und Forums für Menschenrechte in Genf. Über 25 Tausend Zuschauer besuchten in diesem Jahr das Filmfest mit dem ganz besonderen Anspruch.

Leo Kaneman, Festivaldirektor: “Wir haben eine doppelte Herangehensweise. Erst einmal eine künstlerische: Je anspruchsvoller der Film, desto besser spricht man über Menschenrechte. Die andere Herangehensweise ist eher politisch: Wir organisieren Diskussionsrunden, ein Film, Thema, eine Debatte. Wenn der Film nicht künstlerisch anspruchsvoll ist, kann man nicht darüber diskutieren, das ist wichtig.”

Der Große Preis des Festivals ging an “Return to Homs” des syrischen Regisseurs Talal Derki, deutscher Titel: “Homs – Ein zerstörter Traum”.

Der aus Damaskus stammende Filmemacher begleitete fast drei Jahre lang zwei junge Männer, die zunächst pazifistisch gegen das Regime demonstrieren und dann aus Verzweiflung über die Lage in der umkämpften Stadt Homs zu den Waffen greifen.

Talal Derki: “Dieser Film macht klar, wie sehr die Menschen zu kämpfen haben, um ihr Leben und das ihrer Familien mit ihren eigenen Waffen zu schützen. Der Film zeigt auch, wie müde und erschöpft sie sind, und wie sehr sie sich die Rückkehr zu einem normalen Leben wünschen.”

Auch der Streifen “Art War” vom deutschen Dokumentarfilmer Marco Wilms wurde ausgezeichnet. Der Film zeigt den dramatischen Protest der ägyptischen Kunstszene in Kairo nach dem Arabischen Frühling.

Marco Wilms: “Die Kunst der ägyptischen Künstler in “Art War” reflektiert die Revolution wie ein Wassertropfen, der die ganze Welt reflektiert, in einem kleinen Bild. Ich glaube, das ist der große Verdienst von Kunst, dass sie die Komplexität der Revolution, die die Menschen empfinden, ausdrücken kann.”

Wolfgang Spindler, euronews. “Das internationale Filmfestival und Forum für Menschenrechte ist eine engagierte Plattform, die zeigt, dass täglich rund um den Globus gegen die Menschenrechte auf die grausamste Weise verstoßen wird. Filme sind hier mehr als nur Unterhaltung.”

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