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Thessaloniki zeigt libysche Rapper und den wahren Muhammad Ali

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Thessaloniki zeigt libysche Rapper und den wahren Muhammad Ali

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Das Dokumentarfilm Festival im nordgriechischen Thessaloniki zählt zu den wichtigsten seiner Art und bietet mit gut 190 Beiträgen aus über 40 Ländern einen Überblick über das internationale Dokumentarfilmgeschehen. Das Festival wächst jedes Jahr trotz Krise und Budgetproblemen, auch die Zuschauer halten dem Filmfest die Stange.

“Die diesjährige 16. Ausgabe des Dokumentarfilmfestivals bestätigt den positiven Trend”, meint Direktor Dimitri Eipides. “Die Stadt steht zu dem Filmfest und unterstützt uns auf jede erdenkliche Weise. Vor allem die jüngere Generation steht hinter uns. Ich blicke sehr optimistisch in die Zukunft. Wir gelten heute als das drittwichtigste Dokumentarfilmfestival in Europa. Das ist ein enormer Erfolg für uns.”

Diesjähriger Eröffnungsfilm ist die russische Doku “Linar” von Nastia Tarasova. Die Filmemacherin begleitet einen kleinen Jungen, der dringend eine Herztransplantation braucht und dafür bis nach Italien reisen muss.

Nastia Tarasova: “Wir wussten nicht, dass dieses Problem in unserem Land existiert, dass die Organverpflanzung von Kind zu Kind in Russland verboten ist. Ich begann den Film zu drehen, weil ich den Menschen in Russland zeigen wollte, dass es dieses Problem bei uns gibt und weil ich wissen wollte, wie sie darauf reagieren.”

Der Dokumentarfilm “The Trials of Muhammad Ali” von Bill Siegel befasst sich mit dem politischen Engagement der großen Box-Legende und konzentriert sich auf die Jahre, als sich Ali zum Islam bekannte und die Schlagzeilen beherrschte, den Militärdienst in Vietnam verweigerte und zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde.

Bill Siegel: “Jeder kennt Muhammad Ali zumindest dem Namen nach. Aber nicht jeder kennt den Muhammad Ali in diesem Film. Es ist ein Streifen für die ganze Familie, für die jüngere Generation die vielleicht nur Ali, den Boxer kennt, oder der Mann, der an Parkinson leidet. Sie sollten den anderen Ali kennenlernen, den ungehorsamen, gerechten, moralischen und siegreichen.”

Die griechische Doku “Yusef’s Song” von Kostas Pliakos führt ins postrevolutionäre Libyen und zeichnet das Porträt eines jungen Mannes, der sich am Aufstand gegen Gaddafi beteiligte und heute ein beliebter Rapmusiker ist.

Kostas Pliakos: “Ich lernte Yusef durch den Journalisten Mohamed ben Guzi kennen, der an mehreren Kämpfen in Libyen beteiligt war. Er beschrieb mir Yusef als einen ganz besonderen, herausragenden Menschen. Kostas Pliakos: “Ich lernte Yusef durch den Journalisten Mohamed ben Guzi kennen, der an mehreren Kämpfen in Libyen beteiligt war.

Yorgos Mitropoulos, euronews: “Das Dokumentarfilm-Festival in Thessaloniki dreht sich um die brennenden Themen, die die Welt bewegen. Der menschliche Aspekt steht immer im Vordergrund. Viele Filme beschäftigen sich mit Gesellschaft, Kunst, Politik oder Umwelt. Manche sind kämpferisch, subversiv, andere unterhaltsam. Alle bewirken eine Reaktion beim Zuschauer und entführen uns an entfernte, manchmal unerreichbare Orte des Planeten.”