Eilmeldung

Eilmeldung

Wie Putin seine "Heimholung" der Krim rechtfertigt

Sie lesen gerade:

Wie Putin seine "Heimholung" der Krim rechtfertigt

Schriftgrösse Aa Aa

Im Kreml, im prunkvollen Georgensaal, der den ganz besonders wichtigen Staatsereignissen vorbehalten ist, haben der russische Präsident, der neue Gouverneur und der Parlamentspräsident der Krim sowie der Bürgermeister von Sewastopol den Vertrag zur Aufnahme des eben noch ukrainischen Gebietes in die Russische Föderation unterzeichnet.
In seiner Rede erinnerte Putin daran, dass die Krim seit mehr als 300 Jahren russisch regiert wurde, ehe der ukrainische Kremlchef Chruschtschow sie 1954 unter Bruch der Verfassung der UdSSR der Ukraine zuschlug. Dann ging er auf die Ängste der Krimtataren ein. Die sind wegen ihrer schlechten Erfahrungen mit Moskau misstrauisch. Im II.Weltkrieg hatte Stalin sie nach Sibirien und Mittelasien deportieren lassen. Erst nach dem Zusammenbruch der UdSSR durften sie zurück auf die Krim. Putin wörtlich: “Die Tataren sind auf ihr Territorium zurückgekehrt. Ich halte es für notwendig, nun mit gesetzgeberischen und politischen Entscheidungen den Prozess der Rehabilitierung dieser Volksgruppe zu Ende zu führen.”
47 Minuten sprach der Präsident, es war eine Rede, in der er geschickt in eine Richtung austeilte, in die andere lobte mit Sätzen wie: “Im Fall der Ukraine haben unsere westlichen Partner eine rote Linie überschritten, sie verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.”
“Wir danken dem chinesischen Volk, dessen Regierung die Lage auf der Krim im historischen und politischen Zusammenhang gesehen hat und sieht.”
Dann präsentierte er sein Russland als den Nachfolgestaat der Sowjetunion und erinnerte daran, dass es ohne diese UdSSR keine deutsche Wiedervereinigung gegeben hätte.
Wörtlich: “Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die Deutschen, mich verstehen werden.
Ich möchte Sie daran erinnern, wie bei den politischen Konsultationen zur Vereinigung von DDR und Bundesrepublik einige von deren Verbündeten die Idee einer Wiedervereinigung nicht unterstützt haben, während unser Land – er meint die Sowjetunion unter Gorbatschow – uneingeschränkt das starke Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt hat.”
Die Ereignisse in der Ukraine bezeichnete Putin als einen “ Staatsstreich”, verübt von Nationalisten, Russlandfeinden und Antisemiten, die Neo-Nazis die Tür geöffnet haben. Er warnte: “Glauben Sie nicht jenen, die sagen, sie haben Angst vor Russland, die fürchten, nach der Krim würden andere Regionen folgen. Das haben wir nicht nötig.
Und was die Krim anbelangt, die war und bleibt russisch, ukrainisch und Krim-tatarisch.”
Mit den Klängen der Nationalhymne, die in ihrer dritten Fassung das “mächtige Russland” preist, endete die Zeremonie. Man darf davon ausgehen, das die Ratifizierung des Vertrages durch russische die Staatsduma in Moskau wie durch das Parlament der Republik Krim in Simferopol nur noch eine Formalie ist.