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"Gottessohn" und "Noah" - umstrittene Bibelfilme


Kultur

"Gottessohn" und "Noah" - umstrittene Bibelfilme

“Son of God” oder “Gottessohn”. Allein am ersten Wochenende hat der Streifen in den USA 26,5 Millionen Dollar eingespielt, inzwischen sind es sogar 50 Millionen. Gedreht wurde der Film in Marokko, wegen der geringeren Produktionskosten. Regisseur Christopher Spencer erzählt die Geschichte von Jesus Christus, den Schlüsselmomenten seines Lebens, der Kreuzigung und der Wiederauferstehung. Ursprünglich war es eine Fernsehserie, dann ist ein Film daraus geworden.

Produzent Mark Burnett meint: “Es hat eine Menge Arbeit und Zeit gekostet, man musste jahrelang zuhören, um jedermanns Standpunkt kennenzulernen und die Geschichte wirklich zu finden. Es gibt viele verschiedene Interpretationen innerhalb des katholischen, protestantischen und jüdischen Glaubens. Wir haben das alles berücksichtigt, ohne den Film weniger dramatisch zu machen.”

Zehn Jahre nach Mel Gibsons “Die Passion Christi” kehrt nun also ein fröhlicherer Christus in die Kinos zurück. Manche kritisieren, der Streifen sei nicht bibelfest. Jesus-Darsteller Diego Morgado sagt: “Für jüngere Generationen bedeutet es, dass sie Jesus auch ausserhalb der Bücher kennenlernen können, die sie lesen. Wenn sie ein Kind fragen, ob es die Bibel lesen oder sehen will, dann wird es sie sehen wollen.”

Hollywood ist sich wohl bewusst, dass der heilige Stoff Geld einbringt. Ein anderer Streifen heisst “Noah”. Dabei sind Russel Crowe, Emma Watson und Anthony Hopkins. In der arabischen Welt hat der Film bereits für Furore gesorgt, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihn schon vor der Premiere verboten. Der Grund: Im Islam ist die bildliche Darstellung von Propheten nicht erlaubt.

In den USA haben radikale Christen verlangt, dass Paramount auf die künstlerische Darstellung des Streifens verweist. Regisseur Darren Aronovsky verteidigt den Film:
“Ich denke, die ältesten Geschichten der Welt sind Klassiker und verbinden uns alle. Es geht um Wasser, um die Flut, das ist etwas, das wir alle verstehen, das tief in unseren Seelen steckt. Es kommt nicht darauf an, woher auf diesem Planeten man kommt, welche Religion man hat. Noah gehört jedem.”

“Noah” wurde in Europa zum ersten Mal am 13. März in Berlin gezeigt. Emma Watson wünschte sich, dass die Leute den Film auch abseits aller religiösen Kontroversen mögen sollten.
“Es ist einerseits ein Action-Film und andererseits auch ein Familiendrama. Es ist auch eine Art Road-Movie, es ist ein wenig von allem, hervorragend gemacht und echt originell”, sagt sie. In die deutschsprachigen Kinos kommt “Noah” am 3. April.

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