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"Schämt Euch!": Demo gegen Prügelangriff

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"Schämt Euch!": Demo gegen Prügelangriff

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Vor dem Gebäude des ukrainischen Staatsfernsehens in Kiew haben Dutzende Menschen gegen den Prügelangriff des rechts-gerichteten Abgeordneten Igor Miroschnitschenko auf den Chef des Senders Alexander Pantelejmonow protestiert. “Schämt euch” stand unter anderem auf den Plakaten. Ein Mann sagt: “Vor drei Wochen haben wir gegen die Gewalt auf dem Maidan-Platz demonstriert. Sollen wir es jetzt hinnehmen, dass ein Mensch beschimpft und verprügelt wird?”

Miroschnitschenko von der rechtspopulistischen Swoboda-Partei hatte zusammen mit Freunden den Senderchef verprügelt und zur Unterzeichnung einer Rücktrittserklärung gezwungen, weil er ihm Russland- und Putinfreundliche Propaganda vorwarf. Der Angriff sei möglicherweise nicht richtig gewesen, gab Miroschnitschenko jetzt zu. Er sagte: “Mir waren eben alle Mittel recht. Man hätte ihn schon vorher hinauswerfen sollen. Mir ist es egal, ob die Behörden jetzt gegen mich und meine Freunde ermitteln oder nicht. Meinetwegen sollen sie ruhig ermitteln. Ich werde ihnen keine Steine in den Weg legen.”

Miroschnitschenko ist Mitglied des Parlamentsausschusses für Pressefreiheit. Seine Partei Swoboda stellt vier Minister in der Übergangsregierung.

Juri Romantschuk, ein Sprecher der Fernsehanstalt, sagte: “Dieser Prügelangriff gibt ein sehr schlechtes Bild von der Ukraine ab. Ausgerechnet im Staatsfernsehen und ausgerechnet jetzt. Wir hatten uns doch gerade Europa zugewandt und ein Bekenntnis zur Demokratie abgelegt.”

Hintergrund ist die Ausstrahlung von Wladimir Putins Rede am Dienstag über den Beitritt der Krim zu Russland. Die Rechtspopulisten werfen Pantelejmonow vor, damit russische Propaganda verbreitet zu haben.

Präsidentschaftskandidat Vitali Klitschko forderte, dem Abgeordneten Miroschnitschenko sein Mandat abzuerkennen. Auch Amnesty International äusserte scharfe Kritik.