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Ukraine zwischen Freude und Tränen

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Ukraine zwischen Freude und Tränen

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Noch gehört die Krim zumindest auf dem Papier zur Ukraine, doch auch das soll bald Vergangenheit sein. Wladimir Putin und Vertreter der Krim-Regierung haben jetzt den Vertrag unterzeichnet, der den Weg freimacht für den Wechsel der Halbinsel zu Russland. Der Schritt wurde von den Beteiligten begeistert aufgenommen.

In Russland feierten gut 600.000 Menschen die, wie sie sagen, Heimkehr der Krim nach Russland. Auf dem Roten Platz in Moskau gab es ein Konzert und eine Rede Putins an das Volk.

Er sagte: “Liebe russische Bürger, liebe Krim-Bewohner, liebe Einwohner von Sewastopol. Nach einer langen, schwierigen Reise kehren die Krim und Sewastopol in ihren Heimathafen zurück.”

In Simferopol, der Krim-Hauptstadt, zeigten sich ebenfalls viele Menschen glücklich über den Vertrag und den anstehenden Beitritt zur Russischen Förderation.

Eine Jugendliche sagte: “Ich freue mich sehr, dass wir wieder zu Russland gehören, das ist eine große Freude für uns alle. Wir werden eine gute Ausbildung haben und unser künftiges Leben wird wunderbar, ich freue mich.”

Ein junger Mann meinte: “Am besten wäre es, wenn die Sowjetunion wiederkäme. Weißrussland, Russland, die Ukraine, Alaska, wir sind alle Brüder, wir gehören zusammen, wir haben dasselbe Blut.”

Ganz anders die Stimmung bei vielen Menschen in Kiew. Die dortige Regierung fürchtet, Russland habe es auch auf andere russisch geprägte Landesteile der Ukraine abgesehen.

Eine Passantin meinte unter Tränen: “Ich will, dass Putin aufhört, sich über unser Volk lustig zu machen. Er soll in Russland bleiben und dort regieren. Aber er soll unser Volk nicht anfassen und die Ukraine nicht quälen.”

Ein Mann sagte: “Das Referendum wurde unter vorgehaltenen Waffen abgehalten, damit hat er sich vor aller Welt blamiert. Ich denke, die Welt wird ihre Beziehungen zu Putin beenden.”

Die Europäische Union indes erkennt weder das Referendum noch die Annexion der Krim durch Russland an. Die Krim-Abstimmung sei illegal und illegitim, hieß es in Brüssel. Am Donnerstag und Freitag wollen die Staats- und Regierungschefs der EU eine, wie es hieß, geeinte europäische Antwort auf die Ereignisse beschließen, also vermutlich weitere Sanktionen. Bei dem Treffen soll auch der neue ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk anwesend sein. Und auch die USA kündigten weitere Schritte gegen Moskau an.

Zusatzinfos

Mitteilung der EU (Englisch, PDF)
Einladung an Jazenjuk
Die EU und Russland