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Ukrainische Soldaten geben Marinebasis in Sewastopol auf

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Ukrainische Soldaten geben Marinebasis in Sewastopol auf

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Über dem ukrainischen Marinehauptquartier der Krim in Sewastopol wehen nun russische Fahnen, seit am frühen Mittwochmorgen pro-russische Einheiten und Selbstverteidungskräfte in die Anlage eingedrungen waren.

Unter den argwöhnischen Blicken pro-russischer Kräfte haben Dutzende ukrainischen Offiziere und Soldaten ihre Basis inzwischen verlassen, die Uniformen hatten manche da schon ausgezogen.

Trotz Schießerlaubnis wehrten sich die ukrainischen Soldaten in Sewastopol nicht. Wieviele von ihnen das bestehende Angebot zum Übertritt in die russische Marine annahmen, lässt sich nicht feststellen.

In Kiew werden weiterhin Optionen für die auf der Krim stationierten Einheiten durchgespielt. Vor Ort aber fühlen sich die Soldaten verunsichert und vor vollendete Tatsachen gestellt, wie ein ukrainischer Marinekommandant beim Verlassen seiner Sewastopoler Basis frustriert erklärt.

“Wir können nichts gegen diese Menschenmenge tun, gar nichts. Alles passierte spontan”, so der Kommandant. “Es gab viele Versprechen von russischer Seite, dass der Stützpunkt nicht gestürmt und alle Fragen politisch gelöst werden würden. Aber wie sie jetzt sehen, gab es eine Übernahme. Nichts wurde politisch gelöst.”

Aus Kiew heisst es, der Oberbefehlshaber der Basis werde dort weiter festgehalten. Das ukrainische Verteidigungsministerium stellte am späten Nachmittag ein Ultimatum, alle als Geiseln gehaltenen ukrainischen Soldaten freizulassen und die Provokationen zu beenden – sonst werde man mit gebotenen Mitteln reagieren.

Zu einem weiteren ukrainischen Stützpunkt verschafften sich pro-russische Einheiten am Mittwoch gewaltsam mit einem Traktor Zutritt.

Die meisten anderen ukrainischen Militärstützpunkte auf der Krim sind weiterhin umstellt. Für die dort ausharrenden ukrainischen Soldaten gilt offenbar immer noch: abwarten.