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Krawtschuk: "Was passiert nach der illegalen Krim-Annexion?"

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Krawtschuk: "Was passiert nach der illegalen Krim-Annexion?"

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Auf der Halbinsel Krim weht jetzt die russische Flagge. Ukrainische Schriftzüge werden durch russische ersetzt. Was bedeuten die Veränderungen für die Ukraine und wie sieht ein ehemaliger ukrainischer Präsident die Vorgänge auf der Krim? Euronews konnte mit dem ersten Präsidenten der Ukraine nach der Unabhängigkeit von der UdSSR sprechen, Leonid Krawtschuk. Von 1991 bis 1994 stand der heute 80-jährige Politiker an der Spitze des Landes.

euronews, Angelina Kariakina:
“Was halten Sie von der Situation auf der Krim? Was bedeutet das alles für die Ukrainer?”

Leonid Krawtschuk:
“Für uns gibt es keine dramatischen Änderungen. Alles geht weiter wie zuvor. Für uns ist die Krim weiter ein Teil der Ukraine. Es zeichnen sich jedoch schwierige Probleme ab. Als erstes stellt sich die Frage: Was wird mit den ukrainischen Soldaten passieren? Wie wird sich der Dialog mit den ukrainischen Bewohnern dort gestalten? Wie werden die politischen, diplomatischen und wirtschaftliche Beziehungen mit der Krim aussehen? Dann wäre da noch die Grenze – bislang haben wir keine Kontrollposten. Und was wird aus dem Telefonnetz und den Flugverbindungen? Das Problem ist nicht diese illegale Annexion und dass die Krim zu Russland gehört, sondern, was passiert jetzt?
Wird Russlands Wirtschaft leiden, wenn Sanktionen gegen relativ unwichtige Persönlichkeiten verhängt werden? Präsident Putin sagte, Russland habe bereits Probleme und Einschränkungen, mit oder ohne Sanktionen, Moskau sei nicht wirklich betroffen.”

euronews:
“Putin sagte auch, dass er die Würde der Ukraine nicht verletzen wolle. Was können Sie uns dazu sagen?”

Leonid Krawtschuk:
“Es ist an der Ukraine, für Ordnung im Land zu sorgen. Sie können durch militärische Gewalt keinen Frieden erreichen. Das wäre etwas Neues, wenn man versuchen würde, Frieden durch Krieg herzustellen. All diese Gefühlsausbrüche und respektlosen Verhaltensweisen gegenüber der Ukraine, fügen allen Schaden zu.”