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Visumspflicht entzweit ukrainisch-russische Familien

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Visumspflicht entzweit ukrainisch-russische Familien

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Ihre Personen- und Fahrzeugkontrollen hat die russische Zollbehörde an der Grenze zur Ukraine zuletzt verschärft. Während die Bürger beider Länder die Grenze derzeit aber noch nach Belieben überqueren können, ist unklar, ob das in den nächsten Tagen so bleiben wird.

Der Nationale Sicherheitsrat der Ukraine hatte das Außenministerium angewiesen, eine Visumspflicht für russische Bürger einzuführen. Duma-Präsident Sergei Narischkin kritisierte die Entscheidung und kündigte an, Russland werde die Bürger der Krim unterschiedslos behandeln:

“Ab dem 18. März werden alle ukrainischen Bürger sowie alle Personen, die jetzt ohne Staatsangehörigkeit auf der Krim oder in Sewastopol leben, als russische Bürger anerkannt”, so Narischkin. “Die Außengrenze der Krim ist nun die neue Außengrenze der Russischen Föderation.”

Auch in der Ukraine selbst erntet die angekündigte Visumspflicht Kritik, von Übergangsministerpräsident Arseni Jazenjuk, wie auch von Bürgern.

“Ich bin gegen diese Entscheidung, weil ich viele Verwandte in Russland habe”, so ein Passant in Chrakiw. “Ich sehe darin keinen großen Sinn. Ich nehme mal an, dass viele Menschen, die in der Ukraine leben, Verwandte in Russland haben?”

Ein weiterer Mann bedauert: “Die beiden Länder haben einst in Freundschaft gelebt und jetzt sieht es so aus, als seien wir keine Bruderstaaten mehr.”

Auch Russland hat eine Visumspflicht für ukrainische Bürger angedroht, sollte die Ukraine an ihren Plänen festhalten.