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Sarkozy vergleicht Abhöraktionen mit Stasi-Methoden

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Sarkozy vergleicht Abhöraktionen mit Stasi-Methoden

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Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy hat das Vorgehen der französischen Justiz gegen ihn mit den Methoden der Stasi verglichen. Jeder, der ihn anrufe, müsse damit rechnen, abgehört zu werden, so Sarkozy in der Freitagsausgabe der konservativen Tageszeitung “Le Figaro”. Dies sei kein Auszug aus dem Film “Das Leben der Anderen”, in dem es um die Methoden der Staatssicherheit der DDR geht. Es gehe um Frankreich.

Die sozialistische Regierung zeigte sich entsetzt. “Ich bin empört zu sehen, dass der ehemalige Präsident der Republik es wagt, unser Land, sein Land, mit dem Ostdeutschland aus der Zeit des Eisernen Vorhangs zu vergleichen”, sagte der Chef der Sozialisten Harlem Désir.

Seit gut zwei Wochen ist bekannt, dass Sarkozys Telefone wegen Korruptionsverdacht abgehört werden. Zwei Tage vor den Kommunalwahlen in Frankreich beschuldigte der konservative Politiker Regierungsmitglieder, von den Abhöraktionen gewusst zu haben.

Sarkozy soll unter anderem angeblich illegale Wahlkampfspenden aus Libyen erhalten haben. Durch die Aktion ergaben sich auch
Hinweise, Sarkozy könnte Kontakte aus seiner Amtszeit genutzt haben,
um einem wichtigen Staatsanwalt einen Posten als Regierungsberater in
Monaco zu beschaffen. Gegenleistung des Juristen könnte der Verrat
von Ermittlungsergebnissen gegen Sarkozy gewesen sein. Dieser bestreitet die Vorwürfe. Sein Anwalt hatte angekündigt, gegen die Überwachung zu klagen.