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Thessaloniki und das verlorene Signal der Demokratie

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Thessaloniki und das verlorene Signal der Demokratie

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Das Internationale Dokumentarfilm Festival in Thessaloniki ist ein anspruchsvoller Kinomarathon, in diesem Jahr mit 190 Beiträgen aus über 40 Ländern. Ein guter Jahrgang? Wir haben die Präsidentin der Jury der internationalen Filmkritik (FIPRESCI) gefragt.

Annika Gustafsson: “Ich habe viele eindrucksvolle, sehr starke und herzzerreißende Filme gesehen. Die hier gezeigten Dokus sind sehr wichtig, denn sie helfen uns dabei, die Welt besser zu verstehen. Was die griechischen Beiträge betrifft, gab es mehrere Filme, die sich mit der Vergangenheit befassen. Auch das ist wichtig, um die aktuelle Lage in Griechenland besser zu verstehen.”

Auf großen Zuspruch stößt der Streifen “The lost signal of Democracy” von Yorgos Avgeropoulos. Der Filmemacher befasst sich mit der radikalen Abschaltung aller Frequenzen des griechischen staatlichen Rundfunks ERT per Ministererlass im Juni 2013. Eine Entscheidung, die auf das Entsetzen der Journalisten und Zuschauer stieß- und auch international für Empörung sorgte.

Yorgos Avgeropoulos: “Die Abschaltung ist einer der symbolträchtigen und entscheidenden und Momente der sogenannten griechischen Finanzkrise. ‘The Lost Signal of Democracy’ zeigt, dass die Demokratie als Erstes der Krise zum Opfer, gleich darauf folgen die Medien.”

Yorgos Mitropoulos, euronews: “60 griechische Dokumentarfilme laufen auf dem Festival in Thessaloniki, ein Rekord, wenn man die extrem schwierige finanzielle Lage im krisengeschüttelten Land bedenkt. Griechische Regisseure geben ihr Bestes, um unter diesen Bedingungen wahre Meisterwerke zu schaffen.”