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Ilaria Alpi: 20 Jahre Rätsel um Tod der Journalistin

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Ilaria Alpi: 20 Jahre Rätsel um Tod der Journalistin

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Genau 20 Jahre nach der Ermordung der italienischen Journalistin Ilaria Alpi und ihres Kameramanns in Somalia hat die Regierung in Rom die zuvor als geheim klassifizierten Dokumente freigegeben. Somit können die Ermittlungen zu den mysteriösen Hintergründen des Todes der Journalistin am 20. März 1994 in Mogadischu in der ehemaligen Kolonie Italiens wieder aufgenommen werden.

Eine Kommission des italienischen Parlamentes hatte den Fall von 2003 bis 2006 untersucht und war zu dem Schluss gekommen, dass die beiden entführt und dann ermordet worden waren. Doch einige Abgeordnete der damaligen Opposition beklagten, dass ihnen Informationen des Geheimdienstes vorenthalten wurden.

In einer Sondersendung, an der auch Ilaria Alpis Mutter teilnahm, erinnerte RAI 3 am Donnerstagabend an die Getöteten.

Für das öffentlich-rechtliche Fernsehen RAI 3 drehten die Fernsehjournalistin Ilaria Alpi (damals 33) und ihr Kameramann Miran Hrovatin (45) in Mogadischu 1994 eine Reportage über Waffenlieferungen und Gelder, die offiziell von italienischen Hilfsorganisationen zum Straßenbau und für Infrastrukturen in Entwicklungsländern genutzt werden sollten. Tatsächlich gab es aber Hiweise darauf, dass diese “Hilfsorganisationen” offenbar geheime Agenturen der italienischen Regierung waren, die gegen Waffenlieferungen Tonnen von Giftmüll verschifften.

Ilaria Alpi sprach Arabisch, sie hatte diese Sprache studiert, und sie hielt sich schon zum siebten Mal in Somalia auf.

Doch bevor sie ihre Reportage fertigstellen und an den Sender schicken konnte, wurde Ilaria Alpi zusammen mit ihrem Kameramann Miran Hrovatin nach einem Interview am 20. März 1994 in der somalischen Hauptstadt erschossen. Die Aufklärung der Morde zog sich in die Länge. Offenbar fand nie eine Autopsie statt.

Es bleibt abzuwarten, ob das Rätsel hinter dem mysteriösen Tod in den jetzt freigegebenen Dokumenten gefunden werden kann.
In Erinnerung an die engagierte Journalistin, die nur 33 Jahre alt wurde, werden jedes Jahr im September in Riccione Preise für investigativen Journalismus verliehen, die Ilaria Alpis Namen tragen,