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Türkei: Hashtag zur Twitter-Sperre meistgeklickt

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Türkei: Hashtag zur Twitter-Sperre meistgeklickt

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Nach der Twitter-Sperre durch die türkische Regierung hat der Hashtag #twitterisblockedinturkey am Freitag eine steile Karriere gemacht: Das Schlagwort wurde weltweit mit am häufigsten geklickt. Twitter erklärte den schätzungsweise zwölf Millionen türkischen Nutzern wie sie die Sperre zum Beispiel über VPN-Zugänge umgehen können.

Auch aus der Opposition kam Gegenwind: “Das Verbot wird bald aufgehoben werden, ob die Regierung das will oder nicht“, sagte Levent Gök, Abgeordneter der Republikanischen Volkspartei. „Das Außenbild der Türkei ist ruiniert. Alle zivilisierten Länder der Welt haben die Türkei kritisiert.”

Neben der Opposition kritisierte auch der türkische Staatspräsident Abdullah Gül die von seinem Parteifreund Recep Tayyip Erdogan angeordnete Twitter-Sperre – ausgerechnet mit einer Nachricht über den Kurznachrichtendienst. Protest gegen das Vorgehen des Ministerpräsidenten kam auch von der deutschen Bundesregierung, der Europäischen Union und den USA.

Erdogan griff in der Nacht zum Freitag, wenige Tage vor den Kommunalwahlen, zu der umstrittenen Maßnahme. Er kämpft seit Monaten mit Korruptionsvorwürfen. Telefonmitschnitte, die ihn belasteten, wurden auch über soziale Netzwerke verbreitet. Die Telekombehörde begründete die Twitter-Sperre mit dem Schutz der Privatsphäre. Der Dienst verletze die Rechte türkischer Staatsbürger.