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Proteste gegen Sparpolitik: "Märsche der Würde" treffen in Madrid zusammen

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Proteste gegen Sparpolitik: "Märsche der Würde" treffen in Madrid zusammen

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Wütende Proteste in Spanien: Bei Demonstrationen gegen die Sparpolitik der Regierung ist es in Madrid am Samstagabend zu Ausschreitungen gekommen. In der spanischen Hauptstadt warfen einige Demonstranten laut Berichten Flaschen, Feuerwerkskörper und Steine. Sie kletterten auf Barrikaden. Die Polizei reagierte mit Gummigeschossen. Sie verhaftete eigenen Angaben zufolge mindestens 17 Menschen. Laut Polizei wurden 20 Sicherheitskräfte und sieben Demonstranten verletzt.

Mehrere Hundert Gewerkschaften, linke Studentenverbände und Bürgerinitiativen hatten zu den sogenannten “Märschen der Würde” aufgerufen. Zehntausende Menschen waren aus verschiedenen Landesteilen in die Hauptstadt gekommen. Zahlreiche Demonstranten waren bereits seit Wochen zu Fuß unterwegs, bevor sie sich in Madrid zu einem großen Protestzug zusammenschlossen.

Die Gründe für die Unzufriedenheit sind vielfältig. Die Veranstalter sprechen in einem Manifest von “sozialem Notstand” angesichts der Krisenpolitik der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy. “Wir protestieren gegen alles”, sagte die Demonstrantin Angela Olivas. “Das Bildungs-, das Gesundheitssystem, Hypotheken, Sparmaßnahmen, das neue Sicherheitsgesetz und nicht zu vergessen, die viele Korruption.”

“Dieser Protest gilt denen, die uns regieren, schlecht regieren”, sagte der Demonstrant Angelino Castro. “Sie sollen kapieren, dass wir keine Idioten oder Schafe sind.”

Wegen der Schuldenkrise hat die spanische Regierung drastische Kürzungen im öffentlichen Sektor vorgenommen. Doch auch Gesetzesvorhaben wie die Einschränkung des Abtreibungsrechtes sorgen für Protest. Dazu kommen eine Arbeitslosenquote von 26 Prozent und Zwangsräumungen. Mehrere Hunderttausend Spanier mussten in den vergangenen Jahren ihr Haus oder ihre Wohnung verlassen.