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Große Zugewinne für extreme Rechte bei Kommunalwahlen in Frankreich

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Große Zugewinne für extreme Rechte bei Kommunalwahlen in Frankreich

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Sie gelten als Test der politischen Stimmung im Land: Bei den Kommunalwahlen in Frankreich am Sonntag war es vor allem der gegen die etablierten Parteien gerichtete Wahlkampf des rechts-extremen Front National, der punktete.

Ein Zeichen des Protests, glaubt auch die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen: “Generell sind viele Franzosen von der politischen Klasse angewidert. Aber der Wahlboykott währe eine Falle. Sie müssen ihren Widerwillen ganz klar zum Ausdruck bringen, und für andere Repräsentanten stimmen”, so Le Pen am Sonntag.

Weil für die Wahl der Bürgermeister absolute Mehrheiten in den Räten nötig sind, geht es nun vor der zweiten Wahlrunde um die Parteiallianzen.

In Hénin-Beaumont in Nord-Frankreich hat der Front National aber schon jetzt die absolute Mehrheit – ein ungewöhnlich deutliches Ergebnis, zumal sie in nur 600 Kommunen überhaupt angetreten war. Starke Positionen hat der Front National zudem in Avignon, Forbach und Fréjus.

Auch die konservative UMP konnte zulegen und der regierenden Sozialistischen Partei Stimmen abnehmen.

Die Sozialisten selbst führen nur in Lyon, Montpellier und Lille. Ein schlechtes Ergebnis für den sozialistischen Staatspräsidenten Francois Hollande, dessen Regierung weiter mit wenig ermutigenden Wirtschaftsdaten und hoher Arbeitslosigkeit kämpft.

Beobachter halten eine Neubildung des Kabinetts nicht für ausgeschlossen, um den Erfolgen der Opposition unter Francois Copé entgegenzuwirken. Auch den Regierungschef Jean-Marc Ayrault könnte Hollande austauschen.

Trotz der Zuwächse für die Konservativen und der Unterstützung des ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy – in Paris reicht es für die UMP-Bürgermeisterkandidatin und ehemalige Ministerin Nathalie Kosciusko-Morizet möglicherweise doch nicht ganz.

Sie liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Sozialistin Anne Hidalgo – und die liegt derzeit, nach Wahlbezirken, knapp vorn.

Die Entscheidung fällt am kommenden Sonntag, wenn die Franzosen in der zweiten Runde wählen gehen.