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Neues, kämpferisches Album von Seun Kuti

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Neues, kämpferisches Album von Seun Kuti

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Kein Blatt vor den Mund nimmt Seun Kuti, Sohn von Afrobeatlegende Fela Kuti. In seinem neuen Song "IMF" wettert er gegen die Ausbeutung und Unterdrückung Afrikas durch internationale Hurensöhne, “International Mother F**kers” wie er sie nennt, kurz IMF. Gemeint ist der Internationale Währungsfonds.

Seun Kuti: “Vor 20 Jahren war der IWF ein afrikanischer Teufel, nur Afrikaner wussten warum, die Europäer nicht. Heute ist Sparpolitik ein weltweites Phänomen. Jetzt kann jeder erkennen, wie sich die Reichen sich aus der Verantwortung ziehen, weil sie von ihren Freunden in der Industrie gedeckt werden. Sie schieben die Last auf den Mittelstand und die Armen. So kam es zu diesem Song, es geht um diese Hurensöhne.”

Der Song stammt von seinem dritten Album, “A Long Way to the Beginning”, wiederum eingespielt mit Fela Kutis Band Egypt 80, die er seit dem Tod seines Vaters 1997 leitet. Mit der engagierten politischen Botschaft tritt Sean ganz in die Fußstapfen seines berühmten Vaters.

Und setzt auf die subversive Kraft der sozialen Netzwerke.

Seun Kuti: “Den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung frei zu äußern, ist eine völlig neue Erfahrung. Vorher gab es nur die von Bürokratie und verschiedenen Organisationen beherrschten Mainstream-Medien, man musste zahlen, um gehört zu werden. Heute finden junge Menschen finanzielle Unterstützung, können sich ohne irgendwelche Verbindungen zu den Medien Gehöhr verschaffen. Es wird viel geschwafelt, es kommt aber auch viel Wahrheit an den Tag.”

“A Long Way To The Beginning” wurde vom amerikanischen Jazzpianisten Robert Glasper produziert. Als Gastmusiker sind der französische Vibraphonist David Nerman, die US-Rapper M1 und Blitz the Ambassador und die nigerianische Sängerin Nneka mit dabei.

Seun Kuti ist bis zum Sommer auf Tournee, unter anderem auch in Deutschland.