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EU-Kommissar will weicheren Euro

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EU-Kommissar will weicheren Euro

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EU-Kommissar Antonio Tajani findet den Euro zu stark gegenüber dem Dollar. Der Währungsblock sollte die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) überdenken, sagte Vizepräsident der Europäischen Kommission, zuständig für die Industrie.

“Bei einem Wechselkurs von 1,4 US-Dollar tut der Euro den Volkswirtschaften weh, in Spanien, Italien, Frankreich und, auf lange Sicht, auch in Deutschland,” sagte Antonio Tajani in Mailand.

“Im Vorfeld der Europawahlen müssen wir eine Debatte darüber beginnen. Ohne unsere Währung zu überdenken, gibt es keine Industriepolitik.”

Natürlich kenne er die deutschen Inflation-Sorgen. Aber das Mandat der EZB sollte erweitert werden. Zur Preisstabilität sollte als Ziel eine niedrige Arbeitslosigkeit kommen – wie bei der US-Notenbank Fed.

“Weimar lauert nicht hinter jeder Ecke”, sagte er mit Bezug auf deutsche Erfahrungen mit der Hyperinflation in der Zwischenkriegszeit.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann lehnte ein Anleihe-Kaufprogramm wie in den USA ab – wenn auch nicht mehr kategorisch. Eine mögliche weitere geldpolitische Lockerung sei noch nicht vom Tisch. Allerdings sei dabei das Verbot der Staatsfinanzierung zu beachten.

Weidmann bestimmt als Mitglied des EZB-Rates die Euro-Geldpolitik mit.

Daraufhin fiel der Euro auf ein Tagestief unter 1,38 Dollar.

su mit Reuters